STYX

17.09.2019 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

MIGRATION _ (ZU)FLUCHT _ HEIMAT  # 17  |  REGIE: WOLFGANG FISCHER

Bester Spielfilm (Lola in Silber), Beste weibliche Hauptrolle (Susanne Wolff), Beste Tongestaltung, Beste Kamera (Benedict Neuenfels)  - Deutscher Filmpreis 2019
Beste Bildgetaltung  - Bayerischer Filmpreis 2018
Deutscher Kamerapreis 2019
Deutscher Menschenrechts-Filmpreis (Kat. Spielfilm) 2018, Nürnberg
Besondere Auszeichnung der Jury - Filmkunst    Ludwigshafen 2018
Preis der Ökumenischen Jury – Berlinale 2018, Sektion Panorama
Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung -  Berlinale 2018
Beste Regie, bestes Drehbuch, bester Schnitt - Österreichischer Filmpreis 2019

Was/Wie erzählt und berichtet das Kino zu  Migration, (Zu)Flucht, Heimat-Suche ? – Film #  17  fragt nach den Bedingungen und Folgen menschlichen (Nicht--)Handelns in existenzielle Not. Im Kontext realer,  andauernder Flüchtlingskatastrophen und aktueller politisierter Debatten zu humanitärer Seenotrettung  verdichtet der  vielfach preisgekrönte  Film STYX mit der der Kollision von Unbeschwertheit und Überlebensdrama den Verlust aller Sicherheiten als (fiktives) Kammerspiel und entfaltet gleichsam so realistisch wie allegorisch ein moralisches Dilemma.
Rike, 40, arbeitet als Rettungsärztin und der Dienst verlangt ihr vieles ab. Ihren Jahresurlaub will sich die erfahrene Alleinseglerin einen lang gehegten Traum erfüllen und allein auf einer elf Meter langen Segeljacht von Gibraltar nach Ascension Island, einer kleinen tropischen Insel mitten im südlichen Atlantischen Ozean, reisen. Ihr Wunsch nach unbeschwerten Ferien scheint sich zu erfüllen. Doch nach einem Sturm schlägt der entspannte Segeltörn in eine nicht gekannte Herausforderung um: In der Nähe ihres Bootes entdeckt sie ein havariertes Flüchtlingsboot. Mehr als hundert Menschen sind vom Ertrinken bedroht. Rike versucht, Hilfe über die Seenotrettung zu organisieren - doch die Entwicklung der Situation verlangt bald schwerwiegende Entscheidungen von ihr. [nach: 68. Berlinale, Katalog / Produktion]
Den Stoff zu seinem neuen, mit zahlreichen Preisen bedachten  STYX entwickelte Regisseur Wolfgang Fischer (*1970/ Amstetten, AT) bereits vor dem Jahr 2015 und konnte ihn erst nach mehrjährigen, auch in der Technik aufwändigen Vorbereitungen realisieren.
Der Filmtitel spielt auf den Fluss Styx an, der in der griechischen Mythologie die Grenze zwischen der Welt der Menschen und dem Totenreich in der Unterwelt bildet, und bezeichnet Es ist zudem der Name einer Göttin ('Wasser des Grauens', der Tochter des Okeanos und der Tethys, die über diesen Fluss herrscht, und bedeutet.
Regisseur Wolfgang Fischer (*1970/ Amstetten, AT) studierte zunächst Psychologie und Malerei an der Universität Wien sowie Film und Video an der Kunstakademie Düsseldorf und absolvierte von 1996 bis 2001 ein Film- und Fernsehstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Nach internationalen Kursen zu Schauspielführung und Stoffentwicklung für Genreproduktionen entwickelte er während eines Stipendiums das Buch zu seinem Kino-Debütfilm "Was Du nicht siehst"(2009). Es folgten: Der Bär (2013), The Highway of Tears (2014). Fischer ist seit 1999 als Regisseur beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) tätig.

„Der richtige Film zur rechten Zeit: [er] stellt die moralischen Fragen, die Rike ebenso überfordern wie die westlichen Gesellschaften: Wegschauen und weitersegeln, während sich vor den Augen eine humanitäre Katastrophe abspielt, geht nicht. Aber soll man Einzelne retten und viele andere sterben lassen? Oder versuchen, allen zu helfen, auch wenn das eigene Boot dabei sinkt? (...) Der Film bietet keinen billigen Ausweg aus diesem Dilemma, das ist das Ehrliche und Erschütternde an diesem Werk. Seine Kraft zieht er aus dem Spiel seiner Hauptdarstellerin Susanne Wolff, die als Solo-Seglerin Rike gewissermaßen den Westen verkörpert.“_(Süddeutsche Zeitung)
"Susanne Wolff, fast stumm, fast ohne Gegenüber, ist die eine Sensation in diesem Film. Die andere? Die Mittelmeerpassage, die Ertrinkenden auf dem Weg nach Europa, in einer Geschichte sichtbar zu machen, die pures Kino ist – Bewegung und Geräusche und Licht und eine Figur, deren Welt auseinanderbricht, weil sie keine Antwort findet, finden kann auf eine Frage nach Leben und Tod."_(FAZ)
"STYX ist ein wichtiger Film über eines der zentralen Ereignisse unserer Zeit, von überragender aktueller Relevanz. Jederzeit glaubhaft und intensiv durch Wolfgang Fischer inszeniert, erzählt er uns die Geschichte einer Frau auf verstörende und berührende Weise. Eine Frau mit dem Ziel zu einer paradiesischen Trauminsel, die in die Hölle menschlicher Schicksale gerät."_(FBW-Jury-Begründung, Prädikat: 'Besonders wertvoll")
"Ein ebenso meisterhaftes wie dringliches Werk. […] Ein Plädoyer für Menschlichkeit, das ein Schlag in die Magengrube ist.“_(DOT.magazine)
"Wolfgang Fischers Film zeigt einen Überlebenskampf auf dem Wasser, in dem die grausame Fremdbestimmtheit in Not geratener Menschen spürbar wird. Das Meer wird zum existentiellen Schauplatz eines allegorischen Dramas."_(68. Berlinale/Katalog)
"'Styx' offers no easy answers, or any answers at all for that matter.“_(Screen-Daily)

Deutschland/Österreich 2016-18; Regie/Co-Buch: Wolfgang Fischer; Co-Buch: Ika Künzel; Kamera: Benedict Neuenfels; Montage: Monika Willi; Sound Design: Uwe Dresch, Andre Zimmermann; Licht: Rainer Stonus; Kostüm: Nicole Fischnaller; Szenenbild: W. Fischer, Ika Künzel, B. Neuenfels, Volker Rehm; Produzenten: Marcos Kantis, Martin Lehwald, Michal Pokorny; Co-Produzenten: Alexander Dumreicher - Ivanceanu, Bady Minck; DarstellerIn: Susanne Wolff (Rike), Gedion Oduor Wekesa (Kingsley). Inga Birkenfeld, Alexander Beyer u.a.; Dreharbeiten: 10/2016-12/2016: Malta, Nordrhein-Westfalen; Uraufführung (DE): 16.02.2018, Berlin, IFF - Panorama; DCP/1:1,85/Farbe; DD; OF/OmU (mehrsprachig: deutsch, englisch, kisuaheli / teilw. dtsch. UT); FBW-Prädikat: "Besonders wertvoll"; Altersempfehlung (VisionKino): ab 14 Jahren;  FSK: 12 J. 0 J.(o.A.) ; 95 Min.

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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