ROMA

17.04.2019 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

CINEASTEN DES WELTKINOS  'XXL'  # 4  |  REGIE:  ALFONSO CURARÓN (MEXICO)

•    Beste Regie + Beste Kamera  + Bester fremdsprachiger Film - Academy Awards/OSCARS® 2019
•    Bester Film - Golender Löwe - 75. Internationale Filmfestspiele Venedig 2018
•    Beste Schauspielerin (Yalitza Aparicio) - Hollywood Film Awards 2018

Unsere Reihe mit Filmen des cineastischen Weltkinos das von sozialen Gefügen und indiviuellen wie kollektiven Lebensbewältigungen erzählt.  Nach China (Hu Bo†) und den Philippinen (Lav Diaz) und Japan (Hirokazu. Kore-eda)  geht es nach Mexico:  Sein bislang persönlichster Film,  der (fiktinalisierte) Kindheitserinnerungen  mit einem wichtigen politisch-historischen  Moment  der Landesgeschichte verbindet,  hat der international erfolgreichen Mexikaner Alfonso Cuarón (*1961) zurück in seine Heima geführt.
Mexiko, 1970. Sofia, ihre Mutter Teresa und ihr Mann Antonio, der als Arzt tätig ist, leben mit vier Kindern in einem geräumigen Haus in La Roma, einem der wohlhabenderen Viertel von Mexiko-Stadt. Bei der Familie wohnen und arbeiten die zwei jungen Frauen Cleo (Yalitza Aparicio) und Adela; sie teilen sich ein Zimmer für Hausangestellte. Beide gehören der indigenen Minderheit der Mixteken an. In stiller Demut kümmert sich Cleo um den Haushalt, aber auch um die Kinder, als wären es ihre eigenen. Sie wird zum Rückhalt für Sofia, als Antonio sich seiner Verantwortung zunehmend entzieht. Doch auch Cleo erlebt mit ihrem Freund Fermín eine existenzielle Krise. Während die beiden Frauen aus ganz verschiedenen Gesellschaftsschichten ohne männliche Unterstützung ihren Alltag bewältigen, erschüttern Unruhen wegen Landkonflikten und Studentenaufstände mit Straßenkämpfen die politisch-sozialen Verhältnisse. [nach: Kinofenster/Cinema Luna/Karlstorkino)
Regisseur, Autor, Kameramann, Produzent und Editor Alfonso Cuarón  (*1961, Mexico-City) zählt zu den international erfolgreichsten Filmschaffenden Mexicos der Gegenwart, arbeitete lange Jahre immer wieder in den USA. Filme u.a. Große Erwartungen (1998), er 'Y Tu Mamá También – Lust for Life' (2001), Children of Men (2006); In den USA realisierte er die Blockbuster 'Harry Potter undder Gefangene von Askaban'(2003) und das Weltraum-Drama 'GRAVITY'(2013). Der nun fast vollständig mit Laien-Darsteller*innen besetzte Film ROMA war in 10 Kategorien bei den Academy Awards/OSCARS® 2019 nominiert und erhielt drei Auszeichnungen. Roma beruht auf den Kindheitserinnerungen des Regisseurs und ist seinem eigenen Kindermädchen Liboria Rodríguez ("Libo") gewidmet, das der (fiktionalen) Hauptfigur als Vorbild diente.
"Wenn ich aus der Gegenwart über die Vergangenheit ­reflektiere, geht es auch um mein Verständnis meiner heutigen Situation und meiner Narben. Ich setzte mich mit einer Zeit in meinem persönlichen Leben auseinander, die in meiner ganzen Familie Leid hinterließ. Zugleich geht es um eine Art Erwachen, weil ich damals erkannte, dass es eine Welt außerhalb der Blase gab, in der ich lebte. (...). Ich wollte keinen nostalgischen Film machen..  Ich habe nicht versucht, ein Statement über Politik, Klasse, Gender abzuliefern. Aber natürlich sind all diese Dinge Teil des Lebens und ­daher auch meines Films."_(Alfonso Cuarßon, Regie)

"Vor dem [historischen]* Hintergrund des sogenannten Fronleichnam-Massakers (1971), bei dem paramilitärische Gruppen demonstrierende Studentinnen und Studenten ermordeten, erzählt Cuarón in (..) dramaturgisch reduzierter Form (...) von den Alltagssorgen einer Familie. Subtil zeigt [er]* – meist in sorgfältig komponierten (...) Totalen –, wie Geschlecht, Klasse und ethnische Herkunft das Zusammenleben der Figuren prägen."_(kinofenster.de / erg.)
"Der Film entfaltet in luziden Schwarz-weiß-Bildern ein fesselndes Zeitbild, das durch seine meisterliche Bild- und Tongestaltung ebenso fasziniert wie durch seine sensible Hommage auf eine starke Frauenfigur. Der fiktionalisierte Rückblick auf die eigene Kindheit des Filmemachers Alfonso Cuarón changiert elegant zwischen realistischen Alltagsdarstellungen, Poesie und gelegentlichen humoristischen Zuspitzungen."_(filmdienst)
"Mit großer Verve und einer mitreißenden Liebe zu seinen Figuren – und nicht zuletzt: einer geradezu modern anmutenden Schwarzweiß-Kinematografie ohne einen Hauch nostalgischer Patina – taucht Cuarón (ebenfalls hinter der Kamera) in das Mexiko der siebziger Jahre ein. Es ist sein bisher persönlichster Film, den ihm – so ganz ohne Stars – kein Studio finanzieren wollte."_(Berliner Tagesspiegel)

(ROMA) Mexico / USA 2018; Regie / Buch / Kamera / Co-Schnitt: Alfonso Curasón; Co-Kamera: Galo Olivares; Co-Schnitt: Adam Gough; Production/Set-Design: Eugenio Caballero; Visual Effects: Alejandro Vázquez; Kostüm-Design: Anna Terrazas ; Sound-Desing: Sergio Díaz; Ton/Tonmischung: José Antonio García/Craig Henighan; Musik/Auswahl der Musikstücke: A. Cuarón / Lynn Fainchtein / Randall Poster; Produktion: Nicolás Celis, Alfonso Cuarón, Gabriela Rodriguez; Darsteller*innen: Yalitza Aparicio (Cleo Gutiérrez), Marina de Tavira (Sra. Sofía Antonio), Daniela Demesa (Sofi), Diego Cortina Autrey (Toño), Carlos Peralta (Paco), Fernando Gradiaga (Dr. Antonio), Nancy García García (Adela); Jorge Antonio Guerrero (Fermín), Marco Graf (Pepe), Verónica García (Sra. Teresa), Nicolás Peréz Taylor Félix: Beto Pardo, Andy Cortés, Clementina Guadarrama (Benita) u. a.; DCP/2K/Cinemascope/1:2,39; S/W; DD 5.1; OmU (Spanisch u. Indigene Sprache (Mixtekisch)/dtsch. UT.); Altersempfehlung: ab 15 J./10. Klasse (kinofenster.de); FSK: 12  J.; 135 Min.

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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