MARKETA LAZAROVA

19.12.2019 19:30

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

LOST & FOUND: UNBEKANNTE FILM-KLASSIKER  #  2  |  REGIE: FRANTIŠEK VLÁCIL

Unsere lose  filmhistorische Reihe LOST & FOUND  bringt unbekannte, wiederentdeckte  Film-Klassiker zurück auf die Leinwand.  Nach EL MUNDO SIGUE  im November nun Film # 2:  MARKETA LAZAROVÁ  von František Vláčil (1924 - 1999) wurde 1998 von  tschechischcn Filmemachern und der Filmkritik zum "bestern tschechischen Film aller Zeiten" gekürt.  Erst 47 Jahre nach seiner Produktion 1967 ist er seit 2016 in einer neu restaurierten Fassung in Deutschland verfügbar. Ein Filmepos, aufwändig in 200 Drehtagen mit mehr als 600 Statisten gedreht, das mit avantgardistischen Stilelementen das Genre des Historienfilms erneuerte.

Vor dem Hintergrund der Christianisierung im 13. Jahrhundert (auf dem Gebiet der späteren Tschechoslowakei) erzählt der Film, frei nach Motiven des gleichnamigen Romans von Vladislav Vančura (1891-1942) und gefaßt in mehrere verwobenen Unterkapitel, zwei tragische Liebesgeschichten ("Straba der Werwolf" und "Das heiige Lamm") und wie ein kleiner Räuberclan beim König in Ungnade fällt: Mikolás und sein Bruder Adam rauben für ihren tyrannischen Vater Kozlík Reisende aus. Während einer ihrer Überfälle nehmen sie einen jungen Deutschen als Geisel, dessen Vater jedoch entkommen kann und dem König vom Raub und der Entführung berichtet. Kozlík, der den Zorn des Königs fürchtet, schickt Mikolás zu seinem Nachbarn Lazar, um diesen zu zwingen, gemeinsam mit ihm in den Kampf zu ziehen. Als dieser sich weigert, entführt Mikolás aus Vergeltung Lazars Tochter Marketa, die gerade einem Kloster beitreten wollte. Währenddessen schickt der König seine Armee los und fordert Lazar auf, sich mit ihm gegen Kozlík zu verbünden… [Produktion]
Regisseur František Vláčil (*1924, Český Těšín -  † 1999, Prag) schuf in seiner Karriere zwischen 1960 und 1988  zehn Kinofilme und zählt heute mit seinem Meisterwerk MARKETA LAZAROVÁ zu den bedeutensten Filmschaffenden der CSSR bzw. derCZE .

"In MARKETA ging es vor allem um eines: von Leuten zu berichten, die vor sechs- oder siebenhundert Jahren gelebt haben, so als wären sie unsere heutigen Zeitgenossen."_( František Vláčil, 1974)
„Der wohl überzeugendste Mittelalter-Film, der je gedreht wurde. Ein Breitwand-Fest für die Augen in Schwarz-Weiß.“_(Village Voice)
„Mystisch und wild.“_(Time-Out)
Einer der magischsten filmischen Großangriffe auf die Sinne, die es je gab.“_(IonCinema)
°Vláčil definierte mit seiner Avantgarde-Attacke das Genre des Historienfilms neu.
MARKETA LAZAROVÁ markierte für Vláčil einen künstlerischen Höhepunkt, bei dem sich die Kontrolle über das Medium und der Wille zum Experiment perfekt die Waage halten.°_ (Tom Cunnings. Filmwissenschaftler, 2013)

(MARKETA LAZAROVÁ) ČSSR 1967; Regie: František Vláčil; Buch František Vláčil/Vladislav Vancura, frei nach dem gleichnamigen Roman von V. Vančura; Kamera: Bederich (Beda) Hbatka; Musik: Zdened Liška; Ton: Frantisek Fabián; Schnitt: Miloslav Hájek; Bauten: Oldrich Okač; Maske: Jiri Hurych; Produktion: Josef Ouzky; DarstellerInnen: Josef Kemr, Magda Vášáryová, František Velecký, Karel Vasicek, Ivan Palúch, Michal Kozuch, Naďa Hejná, u.a.; Dcp/(Drehfomrat 35mm)/1:2,35(Cinemascope); s/w; DD; OmdU (Tschechisch/dtsch. UT) ; Restaurierte Fassung 2016; FSK: ab 16 J. ; 165 Min. (Überlänge)

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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