LIEBER THOMAS

27.09.2022 20:00

Veranstalter / Texte: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

AKTUELLER DEUTSCHER FILM  |  FILM  &  LITERATUR  |  REGIE: ANDREAS KLEINERT

9 Lolas beim Deutschen Filmpreis 2022: Bester Spielfilm (Lola in Gold), beste Regie, bestes Drehbuch, beste Kamera, beste männlicheHauptrolle, bestes Szenenbild, bestes Kostümbild, bester Schnitt, beste weibliche Nebenrolle
Bayerischer Filmpreis 2022 - Bester Darsteller (ex aequo)
„Ich danke den Verhältnissen für ihre Widersprüche. Die Widersprüche sind die Hoffnung. //"


"Ich stehe für niemand anders als für mich.“_ (Thomas Brasch)

Mit neun (!) 'Lolas' beim Deutschen Filmpreis 2022 ausgezeichnet ist das biografisch-fiktionale Porträt des Schriftstellers, Dramatikers, Theater- und Regisseurs Thomas Brasch (1945 - 2001) der mit weitem Abstand erfolgreichste Film gewesen - was durchaus eine (verdiente!) Überraschung bei einem Film ist, der im biografischen Erzählen auch unkonventionelle, kraftvolle Wege sucht. Regisseur Anreas Kleinert und Drehbuchautor Thomas Wendrich - - beide selbst in der DDR geboren und aufgewachsen - zeichnen (auf Basis des Romans  "Die Kinder der Preußischen Wüste von Klaus Pohl) das ruhelose Leben eines 'deutsch-deutschen' Künstlers nach, der in den 1970er Jahren den Zwängen der DDR durch den Aufbruch in den Westen entflieht, jedoch auch dort keine Erfüllung findet. Dabei brilliert Albrecht Schuch in der Hauptrolle an der Spitze eines nicht minder herausragenden Ensembles. Weder ein übliches Biopic noch eine exakt-chronologische Biographie findet der Film Darstellungsformen, die von den Gedanken und Werken des Künstlers selbst inspiriert sind, wechselt so stilsicher wie authentisch zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Wahrheit und Fiktion, wobei Braschs berühmtes Gedicht 'Was ich habe, will ich nicht verlieren' gleichsam zum Leitfaden einer unaufhörlichen Suche wird.
"Schon als Kind erweist sich Thomas als rebellische Natur und fühlt sich in der autoritären DDR sehr schnell fremd. Während sein Vater Horst aktiv am Aufbau des jungen deutschen Staats mitarbeitet, sehnt Thomas sich nach einem erfüllten und freien Leben als Schriftsteller und Filmemacher. Die Konfrontation ist programmiert: Schon sein erstes Stück wird verboten, zudem fliegt Thomas von der Filmhochschule. Er lässt sich nicht unterkriegen, doch eine Protestaktion in Berlin gegen den Einmarsch in der Tschechoslowakei 1968 bringt das Fass zum Überlaufen: Horst verrät seinen Sohn und liefert ihn der Stasi aus. Nach kurzer Zeit im Gefängnis wird Thomas zwar auf Bewährung entlassen, doch seine schriftstellerischen Arbeiten über Liebe, Tod und Revolte finden in der DDR keinen Anklang. Mit seiner großen Liebe verlässt Thomas die Heimat und flieht in den Westen. Trotz überwältigenden künstlerischen Erfolgen bleibt er aber auch dort ruhelos."[filmportal.de]
Filmregisseur Andreas Kleinert (*1962,Ost-Berlin/DDR) studierte nach Assistenzarbeiten in den DEFA-Studios er von 1984 bis 1989 Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg und zählt heute zu den profiliertesten deutschen Filmemachern . Sein Langfilmdebüt "Leb wohl, Joseph" wurde 1990 direkt in den Wettbewerb des renommierten Filmfestivals von Locarno (Schweiz) eingeladen. Große Resonanz erfuhr sein vielfach ausgezeichnetes Drama "Wege in die Nacht" (1999), über einen arbeitslosen Fabrikanten, der in Berlin auf eigene Faust für "Recht und Ordnung" sorgen will. Kleinert arbeitete mit thematisch anspruchsvollen Produktionen viel für das Fernsehen (u.a. die Serie Klemperer - Ein Leben in Deutschland).

"Der Film bedient sich einer fragmentarischen Struktur. Euphorie und Abstürze, trockener Realismus und rauschartige Passagen liegen eng beieinander, so wie im chaotischen Leben des Künstlers auch. Braschs systemübergreifendes Unbehagen formuliert sich im Gedicht "Was ich habe, will ich nicht verlieren. (...) Neben den vitalen Schwarz-Weiß-Bildern, den traumhaft-exzessiven Einschüben und den souveränen darstellerischen Leistungen ist es vor allem dieses Insistieren auf die Sprache, mit dem Brasch als kreativer und unangepasster Mensch gewürdigt wird."_(kinofenster.de)
"Mit LIEBER THOMAS ist Andreas Kleinert eine präzise Studie eines großen Künstlerlebens gelungen. Und darüber hinaus ein erhellender Einblick in die deutsch-deutsche Geschichte. Ein filmisches Glanzstück. Der Film in der Regie von Andreas Kleinert (Drehbuch: Thomas Wendrich) lässt die Zuschauer*innen tief eintauchen in das Erleben und Empfinden des Künstlers Thomas  Brasch.  Dabei vermischen  sich  reale Ereignisse mit Traumwelten und ganz im Sinne eines unzuverlässigen Erzählers kann man sich nie sicher sein, was Thomas Brasch wirklich erlebt hat und welche Momente überhöht sind "_(JuryFBW,    Prädikat 'Besonders wertvoll')FBW)
„Ein deutscher Dichter und seine Epoche erleben in diesem Film einen Auftritt, der Maßstäbe setzt.“_(DIE ZEIT)a

Deutschland 2019-2021 | fiktionale Form | Regie: Andreas Kleinert; Drehbuch; Thomas Wendrich; Drehbuch-Mitarbeit: Anke Wagner; Vorlage: Klaus Pohl (Roman "Die Kinder der Preußischen Wüste", 2011); Kamera: Johann Feindt; Standfotos:  Peter Hartwig; Szenenbild: Myrna Drews; Kostüme; Anne-Gret Oehme; Schnitt: Gisela Zick; Ton-Design: Guido Zettier; Ton: Andreas Walther; Musik: Daniel Kaiser; Musikalische Leitung: Jens Quandt; Darsteller*innen: Albrecht Schuch (Thomas Brasch), Jella Haase (Katarina Thalbach); Peter Kremer (Thomas (älter)), Claudio Magno (Thomas (Kind)); Jörg Schüttauf (Horst Brasch / Erich Honecker), Anja Schneider, Lamer Warnoch, Yuna Bennett, Joel Basman, Ioana Teodora Iacob u.a.; DCP/1:2,35; s/w; DD 5.1; FBW: Prädikat: 'besonders wertvoll'; FSK: ab 16 J.; 159 Min. (Überlänge/keine Pause)

EP: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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