LA CASA LOBO

28.04.2019 19:30

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

CALIGARI - FILMPREIS  2018   |  FILM  + GESPRÄCH MIT CHRISTÓBAL LEÓN

Am Di, 2. April wird Co-Regisseur und ausführender Animateur Cristóbal León (Santiago/Chile) im Weitwinkel-Kino zu Gast sein zum Filmgespräch im Rahmen der bundesweiten CALIGARI-Filmpreis-Tour.

Caligari-Filmpreis - Berlinale Forum 2018
Best Animated Feature Film, FicMonterry (Mexico)
Best Latin American Film, Quito Latin American Film Festival (Ecuador)
GNCR Prize Special Mention, FidMarseille (Frankreich)

Unsere regelmäßige Präsentation des CALIGARI-FILMPREISTRÄGERS: Der Preis wird für einen ‚stilistisch und inhaltlich innovativen‘ Film in der Berlinale-Sektion „FORUM" vergeben vom Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF) und (in 2018) von der Europäischen Film Philharmonie). Preistärger waren u.a. Claude Lanzmann, Nuri Bilge Ceylan, Didi Danquart, Béla Tarr oder Marie Losier. WEITWINKEL unterstützt den renommierten Preis über den BkF und war in 2018 in der Jury vertreten. Ziel ist die Unterstützung für einen Kinoverleih.

Ein Prolog und eine atemberaubende Animiation: Ein kurzer Propagandafilm nimmt die Zuschauenden mit in die Gemeinschafft frommer Deutscher im Süden von Chile. Ihr Motto „Helfen macht glücklich“ dringt aus jedem der stimmungsvollen Archivbilder und umso bemühter ist der Erzähler, die negativen Gerüchte, die sich um seine Kolonie ranken, zu zerstreuen. Wenn auch nicht explizit, der Verweis auf die 1961 von Paul Schäfer gegründete Sekte Colonia Dignidad ist offensichtlich. Während der Pinochet-Diktatur war die Colonia Dignidad an Kindesentführungen, Missbrauch, Folter und Morden beteiligt. Die folgende, kunstvolle Stop-Motion-Animation ergründet die Traumata, die die Sekte hinterlassen hat. In Form einer albtraumhaften Parabel erzählt LA CASA LOBO (Das Wolfshaus) von Maria, die sich aus Furcht vor einer ungerechten Strafe aus der Kolonie in ein verlassenes Haus im Wald flüchtet. Bedroht vom Wolf, der unablässig draußen herumstreift, versucht sie, hier mit ihren Schweinen ein neues Leben aufzubauen. [nach: Berlinale FORUM/arsenal institut/]

"Mit LA CASA LOBO haben wir einen Film realisiert, dessen einzelne Elemente –Schönheit, Angst, Chaos und die eigentliche Geschichte – sich im permanenten Zustand der Veränderung befinden. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die sich in einem Haus versteckt, zugleich aber handelt diese Geschichte von einer physischen und geistigen  Welt, die auseinanderfällt, sich selbst zerstört und immer wieder erneuert. LA CASA LOBO ist ein Tier im Zustand unablässiger Mutation. Der Film bewegt sich auf dieselbe Art und Weise, wie das Haus es tut: Er verliert seine Richtung und erzählt schließlich die Geschichte jener neuen, unbekannten Straße."(C. León & J. Cociña, Regie)

Christóbal León (*1980, Santiago/Chile) studierte Design und Kunst an der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago sowie Kunst und Medien an der Universität der Künste in Berlin. Von 2009 bis 2011 nahm er am Künstlerprogramm des Künstlerinstituts De Ateliers in Amsterdam teil. 2007 gründete er zusammen mit seinem Studienkollegen Joaquín Cociña (*1980, Conceptión/Chile) und Niles Atallah in Santiago die Produktionsfirma Diluvio. Seither arbeiten León und Cociña zusammen. 'La Casa Lobo' entstand an verschiedenen Produktionsorten und ist ihr erster abendfüllender Film.
Weitere gemeinsame Filme: 2011: El Templo (14 Min.), El Arca (16 Min.). 2012: La Bruja y el amante (20 Min.). 2018: La casa lobo.
In Kooperation mit dem Bundesverband Kommunale Filmarbeit e.V. BKF/Frankfurt M. und dem 'arsenal-institut für film und videokunst', Berlin

"Ein Projekt ins Unbekannte ist immer ein Wagnis und erfordert Mut. Damit verbundene Emotionen bewegen, lassen Träume aufleben und Traumata verarbeiten. Beständigkeit eröffnet immerwährende detailreiche Metamorphosen. Vergänglichkeit vollzieht sich auch im vermeintlichen Innehalten. Abstraktionsebenen beflügeln ein anderes Sehen historischer und politscher Ereignisse. Wiegenlieder, wie „Schlaf, Kindlein, schlaf“, regen zum zusätzlichen Nachsinnen an. Faszination ausgelöst durch eine Abwechslung mit kastilisch- und deutschsprachigen Erzählsträngen, einer (Ver-)mischung von Märchen und 10.000enden voneinzelnen Einstellungen in atemberaubendem Stopptrick mit diversen Materialien entwickelt eine Sogwirkung für den Blick in: LA CASA LOBO.“_(Begründung Jury des CALIGARI-Filmpreises, Berlinale 2016, FORUM)

(LA CASA LOBO/THE WOLF HOUSE)  Chile 18; Regie / Co-Buch / Animation / Kamera: Cristóbal León, Joaquín Cociña; Co Buch: Alejandra Moffat; Sound Design: Claudio Vargas; Mit: Amalia Kassai (Stimme), Rainer Krause (Stimme); Produktion: Catalina Vergara, Niles Atallah; Produktionsfirmen: Diluvio u. Globo Rojo Films (Santiago/Chile); DCP/1:1.85; Farbe; DD SR 5.1;  OmU (spanisch / dtsch. UT); FSK: (keine/18 J.); 75 Min. + anschl. Filmgespräch

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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