#FEMALE PLEASURE

19.03.2019 19:30

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

INTERNATIONALER  WELTFRAUENTAG  2019 ... |  FILM  &  GESPRÄCH

In Kooperation mit pro familia Singen

Nach der Vorführung am 19.3. werden Mitarbeiter*innen von pro familia Singen ein Publikumsgepräch zu den Themen des Films moderieren. | Pro familia bietet einen Informationsstand. Eine Kooperation zum Internationalen Weltfrauentag am 8. März und Programmbeitrag zu 'Wir Frauen in Singen 2019'.

'Premio Zonta Club'  für 'Extraordinary social commitment" - Int. Filmfestival Locarno 2018
Spezialpreis der Interreligiösen Jury DOK Leipzig 2018

"Die uns unterdrücken, praktizieren das Patriarchat als universelle Religion", summiert die aus Somalia stammende Londonerin Leyla Hussein, die als Kind Genitalverstümmelung erlitt - und inzwischen in zehn afrikanischen Ländern mit sozialen Programmen dagegen kämpft. Sie ist eine von fünf Frauen, deren selbstbestimmte Persönlichkeit und mutiges Engagement die Schweizer Dokumentarfilmregisseurin Barbara Miller (*1970/Winterthur) portraitiert und, ohne Kommentar, zu einer kritischen Betrachtung der Beziehungen zwischen Weiblichkeit und religiös-sozialen Gesellschaftsstrukturen und dem Hinterfragen traditioneller Frauenbilder formt: Die New Yorkerin Deborah Feldman schreibt über die orthodoxe jüdische Community, die sie mit 17 Jahren in eine Ehe zwingt; die Künstlerin Rokudenashiko konfrontiert die japanische Gesellschaft, in der weibliche Lust und Genitalien tabuisiert sind, mit Bildern ihrer Vagina; Doris Wagner macht die sexuelle Gewalt in einem streng katholischen Kloster, in dem die Deutsche mehrfach von einem Priester vergewaltigt wurde, öffentlich. Und die Aktivistin Vithika Ydav ermutigt Frauen, sich gegen die massive sexuelle Gewalt in Indien zu wehren und klärt auf über weibliche Sexualität. Gegen archaische Bräuche und strukturelle sexuelle Gewalt fordern die fünf Frauen Menschenrechte und Gleichberechtigung ein. [nach: Produktion/VisionKino/KINOK]
Regisseurin Barbara Miller (*1970/Winterthur/CH) studierte Jura, Filmwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Zürich. Als Regieassistentin und Schnitt-Assistentin war sie am Dokumentarfilm War Photographer von Christian Frei beteiligt und ist seit 2001 als freischaffende Dokumentarfilmerin tätig. Ihr Film ‚Forbidden Voices‘(2012) über politische Internet-Aktivistinnen in Cuba, China und Iran wurde mehrfach ausgezeichnet. Seit 2017 ist sie Präsidentin des Verbandes Filmregie und Drehbuch Schweiz (ARF/FDS)
Zu ihrem neuen Film schreibt Sie: "Am Anfang stand für mich die Frage: Wie geht es Frauen auf der ganzen Welt in Bezug auf ihre Sexualität und was sagt das über ihre Stellung in der Gesellschaft aus. Welches System, welche Strukturen stecken dahinter, dass Frauen auf der ganzen Welt, ihre Sexualität nicht frei leben können oder wenn sie es tun, verfolgt, geächtet oder diffamiert werden. (..) So ist die Idee entstanden, das Thema Sexualität und Frauen in Bezug auf die fünf Weltreligionen und -kulturen zu untersuchen. "

"Einer der wichtigsten Dokumentarfime unserer Zeit." _(NZZaS, Zürich)
"Miller führt kommentarlos vor Augen, wie Diskriminierung, Frauenhass und sexualisierte Gewalt überall auf der Welt zusammen mit patriarchalen Strukturen funktionieren."_(epd-film)
„Der Mut der couragierten Protagonistinnen (...)  vermittelt ein starkes Aufbruchssignal und fordert zu einer intensiveren Gesellschafts- und Genderdebatte auf.“_(filmdienst.de)
„Auf der ganzen Welt ist weibliche Sexualität immer noch ein Tabuthema. Viele gesellschaftliche Strukturen verharmlosen oder legimitieren sexualisierte Gewalt und Übergriffe auf Frauen und Mädchen. Der Film ‚#Female Pleasure‘ begleitet fünf starke Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen bei ihrem Kampf gegen festgefahrene Strukturen. Dadurch entstehen nicht nur bewegende Einblicke in das Leben dieser Frauen, sondern auch Hoffnung auf eine gerechte Zukunft.“_(UN Women/Nationales Komitee Deutschland e.V. , Geschäftsführerin Bettina Metz)
“Die patriarchale Herrschaft über den weiblichen Körper ist ungebrochen. Das führt uns ‚#Female Pleasure‘ mit erschreckender Schärfe vor Augen. Überall auf der Welt müssen Frauen für ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, auf körperliche und geistige Unversehrtheit kämpfen. Die Protagonistinnen des Films machen das beispielhaft vor – jede auf ihre Art mit bewundernswerter Unerschrockenheit, mit Verstand, Kreativität und sogar mit Humor. Sie sind Vorbilder und Mutmacherinnen: Widerstand ist möglich.“_(Dr. Anja Nordmann, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats)
„Der Film ist ‚atemberaubend‘, er zeigt wunderbar, wie global aktuell und parallel das Thema der Angst vor der Vagina, Unterdrückung von Sexualität, Körper/lichkeit und Selbstbestimmung der Frau – dezent LGBTQ inklusive – in diversen Kulturen und Religionen verankert wurde und welche Macht ausgeübt wird. Er zeigt gleichzeitig, welche Wege Frauen gehen, dagegen für Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen. Und das, in einer kinofähigen Form, die es einem breiten noch nicht feministischen/frauenrechtlerischen Publikum erlaubt, den Film zu sehen, und vielleicht Unterstützung für die Frauenrechte zu generieren. Jedenfalls sieht man schon im Film, wie auch Männer in Indien, UK, Afrika, Japan mitmachen können, der Unterdrückung Einhalt zu gebieten.“_(Marion Böker, Deutscher Frauenring & Vorstand Landesverband Berlin e.V., Mitglied im Präsidium Bundesverband DFR e.V.)

(#FEMALE PLEASURE) Schweiz/Deutschland 2018; Regie / Buch. Barbara Miller, Kamera: Anne Misselwitz, Gabriela Betschart, Akiba Jiro; Schnitt: Isabel Meier; Musik: Peter Scherer; Ton: Tom Weber; Produktion: Philip Delaquis, Arek Gielnik; Mitwirkende: Deborah Feldman (USA), Leyla Hussein (   ), Doris Wagner (D) ,Vithika Yadav (Indien) Rokudenashiko (Japan), u.a.; Dcp/16:9, Farbe; DD; Altersempfehlung (VisionKino): ab 15 J / (filmdienst.de) ab 16 J.; OmU (mehrsprachig deutsch/englisch/französisch/japanisch; dtsch UT FSK: ab 12 J.;  97 Min.+ anschl. Gespräch

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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