EVERYTIME
30.09.2026 20:00
Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.
JUNGER DEUTSCH(SPRACHIG)ER FILM # 109 | REGIE: SANDRA WOLLNER (AT)
• Hauptpreis Sektion 'Un certain regard' – IFF Cannes 2026
Ella lebt nach dem Tod ihrer jugendlichen Tochter Jessie in einem Zustand anhaltender Trauer und innerer Leere. Ein Jahr nach dem Verlust trifft sie auf Lux, Jessies früheren Freund, dem viele eine Mitschuld an dem Tod geben. Trotz dieser Belastung entsteht zwischen den beiden eine vorsichtige Nähe, während sie versuchen, sich der Erinnerung an Jessie zu stellen und ihren Platz im Leben neu zu finden. Ellas jüngere Tochter Melli distanziert sich davon zunehmend. Gemeinsam brechen Ella, Lux und die Schwester zu einer Reise nach Teneriffa auf, die eigentlich einem nie realisierten Familienurlaub entsprechen soll. Die fremde Umgebung scheint insbesondere für Ella Auswirkungen in der Grenzziehung zwischen Wahrnehmung und Erinnerung, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu bewirken... .[n.. filmportal.de/Prod.]
Die dritte Regiearbeit der bereits vielfach mit Auszeichnungen bedachten, österreichischen Regisseurin und Autorin Sandra Wollner (*1983, Leoben/AT) wurde von der Kritik fast unisono schon seit seiner Festivalpremiere in Cannes 2026 hochgelobt. Zu ihrem Film schreibt sie: “EVERYTIME ist der Kosmos, in dem im Grunde alle meine drei bisherigen Filme spielen. Einem Ort, an dem Erinnerung und Vorstellung sich überschneiden. Unsere menschliche Wahrnehmung ist geprägt von unserer Vorstellung, wir sind ja nicht nur in der Welt, sondern deuten sie konstant, projizieren unsere Gedanken in die Welt. Wir sehen nie nur die Realität, wie sie ist. Ich bin interessiert an der Verschränkung dieser inneren und äußeren Realität.“
Regisseurin und Autorin Sandra Wollner (*1983, Leoben/AT) studierte Dokumentarfilm-Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr Spielfilmdebüt DAS UNMÖGLICHE BILD (2016) gewann den Förderpreis Neues Deutsches Kino und den Deutschen Filmkritikerpreis für den besten Spielfilm 2018. Ihr zweiter Spielfilm THE TROUBLE WITH BEING BORN über ein Androiden-Mädchen, das den Menschen zur Projektionsfläche für Erinnerungen wird, feierte 2020 Weltpremiere auf der Berlinale in der Sektion Encounters und wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Der Film erhielt vier Österreichische Filmpreise – darunter Bester Film und Beste Regie – sowie den Deutschen Filmkritikerpreis in den Kategorien Bester Film und Beste Kamera. EVERYTIME ist Wollners dritte Regiearbeit und feiert im Mai 2026 Weltpremiere in der Sektion Un Certain Regard der Internationalen Filmfestspiele Cannes und gewann dort den Hauptpreis.
Sandra Wollner lebt in Berlin.
„In ihren konzentrierten, formal eigensinnigen und immer auch medienreflexiven Filmen spielt Wollner mit unserer Wahrnehmung. Der leise-wuchtige Film ist durchzogen von Spiegelungen und Doppeldeutigkeiten: ein formales wie inhaltliches Abarbeiten an Erinnerungen in dem die Grenzen zwischen Damals und heute, zwischen Realität und Videospiel verschwimmen. Und auch ein Spiel mit der Frage: Was, wenn alles immer ist? Sandra Wollners in Cannes mit dem Hauptpreis der Reihe Un Certain Regard ausgezeichneter Film entwirft eine Trauerstudie und eine Auseinandersetzung mit Erinnerungen, wie sie im Kino noch nicht zu sehen war.“_(epd-film)
“Das elliptische, mit irritierenden visuellen Einfällen arbeitende Drama kreist um den Verlust eines geliebten Menschen und ums Weiterleben. Die präzise Inszenierung reduziert Plot und Dialoge auf ein Minimum und greift im Umgang mit dem Tod immer wieder den strukturierenden Aspekt von Videos, Fotos und Sprachaufnahmen auf. Das Gespenstische wird dabei unpathetisch und wie selbstverständlich eingebunden.“_(filmdienst.de)
„Mit Abstand das beste dieses Cannes-Jahrgangs.“_(Artechock)
„Ein fimisches Wunder.“_(Critic.de)
„Sandra Wollner hat einen Klassiker für die Zukunft geschaffen.“_(Frankfurter Rundschau)
Österreich/Deutschland 2024-26 | fiktionale Form | Regie/Buch: Sandra Wollner | Kamera: Gregory Oke | Schnitt: Hannes Bruun | Musik David Schweighart/Francesco Lo Giudice| Sounddesign: Dominik Leube | Visuelle Effekte: Kariem Saleh | Szenenbild: Julia Libiseller/Gerald Freimuth | Kostümbild Hanna Rode | Producer*iinnen: Astrid Schäfer Fernández, Lixi Frank, Viktoria Stolpe, David Bohun | DarstellerInnen: Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling, Tristán López, Carla Hüttermann, Naomi Elia Richard u.a. | dcp | Farbe | DD5.1 | OF/D | „FSK-Deskriptoren: Drogenkonsum, belastende Themen“ | FSK: ab 12 J. | 97 Min.
EP: € 5.00
Erm.: € 3.00
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