EL MUNDO SIGUE

17.11.2019 11:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

LOST & FOUND: UNBEKANNTE FILM-KLASSIER  # 1   |  REGIE: FERNANDO F. GÓMEZ

Unsere lose  filmhistorische Reihe LOST & FOUND  bringt unbekannte, wiederentdeckte  Film-Klassiker zurück auf die Leinwand. Den Anfang macht ein Meisterwerk des späten spanischen Neorealismus von  Regisseur  und Schauspieler Fernando Fernán Gómez (1921-2007), der wegen Problemen mit der Zensur seinerzeit offiziell nicht ins Kino kam und nach nur drei Vorführungen in den Archiven verschwand. 2015 wurde er vom Patenkind des Regisseurs, -Juan Estelrich, restauriert und digitalisiert und erlebte nach über 50 Jahren seine Uraufführung.
Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem Bundesverand Kommunale Filmearbeit e.V.

"Das ebenso faszinierende wie schonungslose Porträt einer "ganz normalen" Familie im Madrid der frühen 60er Jahre. Das große Thema des Films ist die Armut -und verschiede Wege damit umzugehen. Im Mittelpunkt stehen zwei rivalisierende Schwestern: die eine verheiratet mit einem Filou und Spieler, die nicht weiß, wie sie ihre beiden kleinen Kinder satt bekommen soll und auf die Unterstüzung ihrer Familie angewiesen ist. Die andere, stolz und unabhängig, die sich sich nicht davor scheut, sich mit den "wichtigen Männern" der (patriarchalen) Gesellschaft einzulassen und selbstbewußt ihre Wirkung auf diese zu nutzen - eine 'Schande' für die Familie, denn die Moralvorstellungen sind eng und die soziale Kontrolle ist so allgegenwärtig wie die demonstrative Gottesfürchtigkeit des Bruders...." [Kinema Kommunal 4/17]

Der spanische Regisseur Fernando Fernán Gómez (*1921/Lima, Peru - † 2007/Madrid) arbeitete auch als Schrifsteller, wurde vor allem aber als vielfach ausgezeichneter Schauspieler bekannt, u.a. in Filmen von Carlos Saura oder Pedro Almodovar. In seiner Karriere erhielt er vier spanischen Goya-Filmpreisen wurde er 2005 auch mit dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale für sein Werk gewürdigt. In seinem wiederendeckten Regiewerk spielt er selbst die Rolle des Familienvaters.

"Eine bissige und realistisch inszenierte Kritik am Spanien der Franco-Zeit, in deren Zentrum eine Familie steht, die überhaupt nicht den ideologischen Wunschvorstellungen der Diktatur entspricht. Neben den herausragenden SchauspierlerInnen ist die Kameraarbeit von Emilio Forescot außergewönlich ( ) und visuell so überzeugend."_(Claudia Engelhardt/Filmmuseum München)
"Das neorealistische , mit einer ungewöhnlichen Rückblenden-Technik erzählte Drama greift Elemente des zeitgenössischen Unterhaltungsfilms auf, bricht dessen Heile-Welt-Gestus aber durch eine harte, unsentimentale Sicht, in der Tabuthemen zur Sprache kommen, die Doppelmoral karikiert und vor gestörten Beziehungen und zerrissenen Familienbanden nicht die Augen verschlossen werden."_(filmdienst.de

(El Mundo Sigue) Spanien 1963-65 / (2015): Regie/Buch: Fernando Fernán Gómez (nach dem Roman von Juan Antonio de Zunzunegui; Kamera: Emilio Forescot; DarstellerInnen: Lina Canalejas, Gemma Cuervo, Fernando Fernán Gómez, Milagros Leal, Agstín Gonzáles u.a.; Dcp; (Drehfomrat 35mm) s/w; DD; OmdU (Spanisch/dtsch. UT) ; Restaurierte Fassung 2015/ Deutsche UT 2016; FSK: (- ) ab 18J.; 120 Min.

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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