DIE HERRLICHKEIT DES LEBENS

02.05.2024 20:00

Am größten ist das Glück, wenn es ganz klein ist.
Deshalb würde ich, wenn ich mein Leben aufschreiben müsste,
nur Kleinigkeiten notieren.
Wie froh es mich macht,
zu sehen, wie Du Dein Weinglas hältst.
Oder wie Du Deine Schuhe bindest.
Oder einfach nur zu spüren,
wie Du mir mit der Hand durchs Haar fährst.
Ich glaube, dass die Herrlichkeit des Lebens
immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt.
Aber verhängt, in der Tiefe unsichtbar.
Ruft man sie beim richtigen Namen,
dann kommt sie.
(Quelle: Michael Kumpfmüller - Die Herrlichkeit des Lebens / Franz Kafka – Tagebücher)


1923: Es ist Sommer an der Ostsee und Dora Diamants Tage bestehen aus Sonne, Sand und Kinderlachen. Sie begleitet eine Gruppe von jüdischen Kindern, die von Berlin hierher ins Ferienheim geschickt wurden. Dort arbeitet sie als Köchin, als Erzieherin, als junge Frau für alles. Die 25-jährige stammt aus einer jüdisch-orthodoxen, polnischen Familie, aber sie ist jung und begehrt gegen die Enge auf, die ihr der konservative Vater auferlegen will. In dem Ferienheim an der Ostsee kann sie sich entfalten. Alle Erwachsenen vor Ort sind einander nah und Freund. Dora genießt die unbeschwerte Zeit.
Eines Tages begegnet sie am Strand einer Erscheinung, denn nichts anderes ist Dr. Franz Kafka an diesem Ort. Wo alle anderen Sand hinter den Ohren und die Nase voller Sommersprossen haben, kleidet er sich elegant, spaziert in polierten Schuhen durch den Sand und drückt sich sehr gewählt aus. Er ist anrührend und attraktiv zugleich. Und ein wenig lustig. Die Anziehung ist augenblicklich gegenseitig. Die beiden laufen sich immer wieder über den Weg. Aber Dora, die viel jünger ist als Franz, ist gelungen, was ihm schwerfällt: ein eigenständiges Leben aufzubauen. Franz ist 40 Jahre alt, leidet unter der Dominanz seines Vaters, ist von schwacher Gesundheit und auch darüber hinaus nicht unbedingt sicher ins Leben gebaut. Die Gegensätze scheinen unüberwindlich. Doch sie mag seine Aufrichtigkeit, seinen Charme und den skurrilen Humor. Nach kurzer Zeit beschließen die beiden, dass Dora und Franz am Ende des Sommers in Berlin eine gemeinsame Wohnung beziehen werden.
Wenig später aber erreicht ihn ein neuer Arztbefund zu seiner Tbc und sein Vater drängt ihn zur Rückkehr nach Prag. Ab diesem Moment versteht Dora, mit wem sie es zu tun hat. Offensichtlich möchte Franz mit ihr gehen und doch folgt er dem Drängen seiner Familie. Erst Wochen und viele, viele Briefe später erreicht Dora ein Telegramm: Franz kommt nach Berlin. Ein Zimmer ist gefunden, einige Monate leben die beiden im Glück, Franz schreibt, Dora arbeitet im jüdischen Kinderhaus, die beiden lernen sich immer besser kennen, teilen Alltag, Glauben, Wünsche.

Filmhomepage

D 2024; Regie: Georg Maas & Judith Kaufmann; mit Henriette Confurius, Sabin Tambrea, Manuel Rubey, Daniela Golpashin, Leo Altaras, Luise Aschenbrenner, Alma Hasun,
Mia Klein Salazar u.a.; Länge: 98 Min.;
FSK: 6 (Deskriptoren: belastende Szenen, Bedrohung); Dolby Digital

EP: € 8.00

KEINE KARTENRESERVIERUNG MÖGLICH, NUR ABENDKASSE AB 19.30 Uhr.

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