DAS SALZ DER ERDE

29.10.2019 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

ZEITENWENDE ?!  # 57   |   HOMMAGE AN SEBASTIÃO SALGADO

Bester Dokumentarfilm - César (Französischer Filmpreis) Académie des Arts et Techniques du Cinema 2015
Nominierung Academy Awards/OSCARS®, Dok-Film  - 2015
Spezialpreis - IFF Cannes 2014

Die Reihe ZEITENWENDE?! #  thematisiert  ökologische und ökonomische,  soziale, poliltische und philosophische Fragen der Zeit. Film # 57  portraitiert  einen der  wichtigsten Fotografen der Gegenwart, der stets auf den Spuren des Homo Sapiens mit seinen Fotografien  der (un)menschlichen Welt auch oft einen Spiegel vorgehalten hat und  der sich mit seinen jüngsten Projekten (u.a. GENESIS ) auch der Schönheit und dem Erhalt der natürlichen Umwelt verschrieben hat.  Neben seinem künstlerischen Werk engagiert sich Salgado seit Jahrzehnten gemeinsam mit seiner Frau Lélia Wanick tätig für die Wiederherstellung eines Teils des Atlantischen Regenwaldes in Brasilien mittels Ihres 'Instituto Terra', einer Umweltorganisation für  Wiederaufforstung, Erhaltung und Ausbildung - eine hoffnungsvolle Erfolgsgeschichte, mit der diese vielschichtige Dokumentation auch die Zukunft befragt.  | Sebastião Salgado wird am 20. Oktober 2019 mit dem renommierten 'Friedenspreis des Deutschen Buchhandels' geehrt. Die Laudatio in der Frankfurter Paulskirche hält Wim Wenders.
„In GENESIS sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte zuhören.“ _Sebastião Salgado zu seinem Spätwerk.
In den vergangenen 40 Jahren hat der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado (*1944/Aimorés, Minas Gerais) auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. Dabei war der ausgebildete Ökonom und Fotojournalist Zeuge wichtiger Ereignisse der letzten Jahrzehnte – von internationalen Konflikten, Kriegen und ihren Folgen, von Hungersnöten, Vertreibung und Leid. Seine zahlreichen, beeindruckenden Fotoreportagen, Bücher und Ausstellungen haben auch den Blick auf unsere Welt geformt. Selbst seelisch davon belastet, wandte sich Salgado 2004 mit dem Projekt "Genesis" der (noch) 'unberührten' Natur unseres Planete zu, kehrt an den Ursprung allen Lebens zurück und offenbart mit seinen Fotos eine Würdigung von dessen Schönheit und Verletzlichkeit. Tatkräftig konnte Salgado auch mit seinem 'Instituto Terra' ein langjähriges Aufforstungsprojekt umsetzen. In gemeinsamer Regiearbeit haben Salgados älterer Sohn Juliano Ribeiro (*1974), der bei Expeditionen des Vaters filmte, und Wim Wenders (*1945; u.a. 'Paris, Texas'; 'Pina'), Bewunderer von Salgados Fotokunst und selbst Fotograf, eine dokumentarische Biografie gestaltet, in der sich auch große Fragen der Menscheit spiegeln.
Regisseur Wim Wenders (*1945/Düsseldorf) - Seit 1996 Präsident der European Film Academy - zählt seit langem zu den international renommiertesten deutschen Filmregisseuren. Seit 1971 drehte und produzierte er mehr als 50 Spiel- und Dokumentar-Filme in der ganzen Welt, (u.a. 'Paris,Texas'(1984), DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987); BUENA VISTA SOCIAL CLUB (1998), 'PINA' ) arbeitet zudem als Fotograf (mit internationalen Ausstellungen), Autor und Dozent. Die Berlinale ehrte ihn 2015 für sein Lebenswerk mit dem Goldenen "Ehren-Bär" und einer Retrospektive.

"Ich dachte, ich mache einen Film über einen Fotografen - und dann war es doch ein Film über die dieganze Welt. (...) Je größer die Bemühungen um ein „gutes Foto“, umso mehr adelt der Fotograf den Protagonisten, macht ihn einzigartig. Ich bin der Meinung, dass Sebastião die Würde dieser Menschen, die vor seiner Kamera stehen, beschützt. Seine Fotografien stellen nicht ihn selbst, sondern diese Menschen in den Mittelpunkt! Er gibt sich bei jedem Bild Mühe, daß es auch ein anspruchsvolles Foto wird. Ich finde das nicht „ästhetisierend“, im Gegenteil: es drückt seinen großen Respekt vor den Menschen aus."_(Wim Wenders)
"Im Fluss der Bilder macht der Film sinnlich erfahrbar, wie weit sich der Mensch im Zuge der Naturbeherrschung von sich selbst entfernt hat, wie die Formen der Ausbeutung einander bedingen. Das ergibt am Ende mehr als eine Künstlerbiografie. Es ist eine eigene ästhetisch-politische Intervention.“_(epd Film)
"Eine mit großer Sensibilität entfaltete Hommage, die in der hoffnungsvollen Zuwendung zur Biosphäre des Planeten die Schwermut angesichts der Bestialität des menschengeschlechts überwindet."_(Lexikon des Int. Films)

(THE SALT OF THE EARTH) Frankreich / Italien 2014; Regie: Wim Wenders & Juliano Ribeiro Salgado; Drehbuch: J.R. Salgado/ W. Wenders/ David Rosier; Kamera: Hugo Barbier/Juliano R. Salgado; Sound: Régis Muller; Schnitt: Maxine Goedicke / Rob Myers; Musik: Laurent Petitgand; Executive Producer: W. Wenders; Produzent: David Rosie; Prod.LeitungDavid Rosier; Mitwirkende: Sebastao Salgado,  Juliano Ribeiro Salgado,  W. Wenders  u.a. ; Dcp/1:1,85, Farbe & s/w ; DD 5.1; OmdU (deutsch/französich/protugiesisch/ dtsch. UT) ; FSK: ab  12 J.; 109 Min.

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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