DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN

26.09.2019 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

JUNGER DEUTSCHER FILM  # 93    |    + FILMGESPRÄCH

Bester Film + Preis der Ökumenischen Jury - Max-Ophüls-Preis-Festival
Bester Spielfilm - Neiße Filmfestival 2019

Angefragt zur Vorführung am Do, 26.09., ist die Schauspielerin Marie Rathscheck (Stuttgart/Leipzig) als Gast zum Filmgespräch. In der Hauptrolle des Films spielt sie die Figur des 'melancholischen Mädchens'.

In Kooperation mit  Zebra-Kommunales Kino Konstanz   Logo nur klein !

Film # 93 in unserer Kooperationsreihe „junger deutscher Film #“ mit dem Zebra-Kino/Konstanz (dort ab 27.9.)

"Ich bin unglücklich, damit Leute wie du glücklich sein können."_

Auf der Suche nach einem Schlafplatz streift das Melancholische Mädchen durch die Großstadt. Unterwegs begegnet sie jungen Müttern, die ihre Mutterschaft als religiöses Erweckungserlebnis feiern, findet Unterschlupf bei einem abstinenten Existenzialisten, für den Sex "auch nur noch ein Markt" ist, und wartet in einer Drag Bar "auf das Ende des Kapitalismus". Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, Yoga-Studios und den Betten fremder Männer. Statt sich zu bemühen hineinzupassen, fängt das Mädchen an, ihre Depression als Politikum zu betrachten. - [nach: Filmfestival Max Ophüls Preis 2019, katalog]
Als "eine Forschungsreise in 15 komischen Begegnungen durch unsere post-moderne Gesellschaft zwischen Prekarisierung und Self Marketing, serieller Monogamie und Neo-Spiritualität, Ernüchterung und Glückszwang"  wurde das episodisch-experimantelle Langfilmdebüt der Schriftstellerin und Regisseurin Susanne Heinrich bei seiner Uraufführung beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2019 angekündigt - und u.a. als Bester Film - ausgezeichnet.
Hauptdarstellerin MARIE RATHSCHECK (*1990, Stuttgart) studierte von 2010 bis 2014 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und absolvierte ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Seit 2017 ist sie Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig, daneben dreht sie für Film und Fernsehen. DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN  ist ihr erster Langspielfilm.
Regisseurin Susanne Heinrich (*1985, Oschatz) war zuerst schriftstellerisch tätig und veröffentlichte bis 2011 Romane und Erzählungen in vier Büchern (zuletzt  „Amerikanische  Gefühle“,  Dumont  2011) und war damit  u.a.  beim  Bachmannpreis/Klagenfurt  eingeladen. Als Sängerin arbeitete sie mir verschiedenen Bands. Seit 2012 studiert sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin dffb; DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN ihre erste Langfilmarbeit.
Susanne Heinrich über ihren Film: "Tatsächlich habe ich durch die Arbeit am »melancholischen Mädchen« selbst aufgehört, eins zu sein. Der Schlüssel war Entpsychologisierung. Statt überall einzigartige, individuelle Stories zu sehen wurde ich aufmerksam für Strukturen. Unsere oft so alternativlos erscheinenden neoliberale Verhältnisse kamen mir auf einmal wie eine absurde Möglichkeit unter vielen vor – und damit veränderbar. Wenn der Film es schafft, dieses Unbehagen, von dem ich sicher bin, dass viele es teilen, produktiv zu machen, bin ich – naja, happy.""

"Der Preis für den Besten Spielfilm geht an ein Filmkunstwerk, das in beschwingtem und elegantem Ton, mit präzisen analytischen Worten und in pastellfarbenen minutiös durchgestalteten Bildern die Odyssee einer jungen Frau im Dazwischen des postmodernen Kultur- und Identitätsüberflusses erzählt. Mit ironischer Genauigkeit und humoriger Schlagfertigkeit trifft der Film in seiner Übersetzung feministischer Theorien pausenlos den Nagel auf den Kopf. Ein Film, dem es endlich gelingt, eine Sprache für eine ganze Generation von traurigen Mädchen zu finden und sich im Grunde seinen Preis im Film zu Recht schon selbst verliehen hat."_(Jury Max-Ophüls-Preis, Saarbrücken 2019; Jury: .Mechthild Holter, Andreas Kleinert, Britta Knöller, Lisa Miller und Friedrich Mücke )

"Hochintelligent und witzig blickt Regisseurin Susanne Heinrich in ihrer Komödie „Das melancholische Mädchen“ auf eine neurotische Gesellschaft und die Suche nach Liebe darin, (...) auf der Höhe jedes Feuilletondiskurses der letzten Jahre seziert und hinterfragt Heinrich mit messerscharfen, pastelligen Bildtableaus nicht nur Gender- und Rollenklischees, sondern sucht auch nach den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Liebe in Hipster-Zeiten. (--) Ein ausgesprochener Glücksfall für das deutsche Kino. Selten sieht man eine so mutige und furchtlose Auseinandersetzung mit der Gegenwart."_(Deutschlandfunk Kultur)
"Ein Film, der anders sein will. Ein extrem künstlerisches Experiment, eine postmoderne Komödie."_(epd-film)

Deutschland (2016-) 2019; Regie/Buch/Co-Schnitt/Co-Produktion: Susanne Heinrich; Kamera: Agnesh Pakozdi; Szenenbild: Jeanne Louet, Miren Oller, Nora Willy; Co-Schnitt: Benjamin Mirguet; Ton-Design: Wiebke Köplin/Niklas Kammertöns; Musik: Moritz Sembritzki,  Mathias Bloech; DarstellerInnen: Marie Rathscheck (das melancholische Mädchen), Nicolai Borger (Existentialist), Nicolo Pasetti (Bruder), Pero Radicic, Katharina Schlothauer, Monika Wiedemer, Yann Grouhel, Alexander von Hugo. Malte Bündgen,  Dax Constantine, u.a.; Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH (dffb, Berlin), in Koproduktion mit Essential Films, Susanne Heinrich, Jana Kreissl;; Dcp/1:1,33; Farbe; DD; DF (teilw. engl. UT); Altersempfehlung (kinofenster) : ab 16/11. Klasse; FSK: ab 12 J. ff; 80 Min. +  anschl. Filmgespräch

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

Zurück