ALCARRÀS-DIE LETZTE ERNTE

06.09.2022 20:00

Seit 80 Jahren baut die Familie Solé in Alcarràs Pfirsiche an. In diesem Sommer versammelt sie sich zum letzten Mal zur gemeinsamen Ernte. Das Land hatte ihnen einst der Großgrundbesitzer Pinyol überlassen, als Dank für seine Rettung im Spanischen Bürgerkrieg. Doch der junge Pinyol will vom Handschlag seines Großvaters nichts mehr wissen. Er will das Land zurück, um eine Photovoltaik- Anlage darauf zu errichten. Auf einzigartige, vielstimmige, mit überbordender Energie und Momenten der Stille orchestrierte Weise erzählt ALCARRÀS von der letzten Ernte der Solés – so handfest, zärtlich und sinnlich, dass wir uns bald selbst als Mitglied der Familie wähnen. Der Großvater Rogelio gibt die Hoffnung nicht auf, den jungen Pinyol zum Einlenken zu bewegen. Vater Quimet stürzt sich in die Erntearbeit, als gäbe es doch noch ein Morgen. Dolors hält Haus und Familie mit fröhlicher Geduld zusammen, doch auch sie kann beherzt Grenzen ziehen. Die älteren Kinder Roger und Mariona, Quimets Schwestern Glòria und Nati und Schwager Cisco – alle helfen mit bei der Arbeit, inmitten des unbändigen Tobens der Kinder Iris, Teia, Pau und Pere. Jede und jeder in diesem Ensemble hat seine eigene Stimme und Geschichte. Die lärmende Unbeschwertheit des Familienfests, harte Arbeitstage vom Morgengrauen bis tief in die Nacht, der Kampf in der Genossenschaft gegen das Preisdiktat der Supermärkte, die Fröhlichkeit der gemeinsamen Ernte, das tiefe Wissen über Pflanzen und Boden, die Ungewissheit über das, was kommen mag: ALCARRÀS ist ein grandios choreografierter Film voller Farben, Kontraste und Facetten, voller Leben und Liebe. Je näher das Ende dieses Sommers rückt, desto mehr nehmen die Spannungen in der Familie zu. Fast übersehen die Solés, dass sie einen Trumpf in Händen halten, den ihnen niemand wegnehmen kann.

„Carla Simón erzählt von der Bedeutung der Erde, des Bodens, von der Verbindung, die die Familie zum Land hat. Sie erweitert die intime Sicht fast unmerklich zum Universellen, diesem Verlust der Erinnerung und der Wurzeln, den ein Bauer in Alcarràs ebenso erlebt wie einer in Vietnam – diesem Bruch des Paktes mit der Natur und dem Boden: Du sorgst für mich, und ich sorge für dich." (El Convidencial)

„Wie schön sind doch Pfirsiche in den Zeiten der Algorithmen! Denn davon handelt dieser Film, von Pfirsichen, die nach Pfirsichen riechen und nach Pfirsichen schmecken. Aber sie riechen und schmecken auch nach ganz anderen Fragen, Identität, Erinnerung, die Hoffnung, die man verliert ... Es ist ein Kino, das durch Blicke erzählt und das im Blick entsteht. Die Kamera bewegt sich zwischen den Körpern und wirbelt Staubwolken auf, mit Dingen wie Wahrheit, Schmerz und Lachen. „Alcarràs“ ist von einer Schönheit, deren Dichte und Spannung fast schmerzt.“ (El Mundo)

E/I 2022; Regie: Carla Simón; mit Josep Abad, Jordi Pujol Dolcet, Anna Otín, Albert Bosch, Xènia Roset u.a.; FSK: 6; Länge: 120 Min.; Dolby Digital

Offizielle Filmhomepage

EP: € 7.00

KEINE KARTENRESERVIERUNG MÖGLICH, NUR ABENDKASSE AB 19.30 Uhr.

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