ADAM UND EVELYN

17.11.2019 19:30

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

30 JAHRE MAUERFALL, 1989   # 2  |   NACH DEM ROMAN VON INGO SCHULZE

Nach dem Klassiker  'Der Himmel über Berln' ist Film # 2 unseres Fokus zum  30. Jahr nach dem Fall der innerdeutschen Grenz-Mauer 1989  die aktuelle Verfilmung des gleichnamigen Roman des Dresdner Schriftstellers Ingo Schulze  (*1962) , die gleichsam atmosphärisch das Bild einer Generation in der Ausnahmesituation des Wendesommers 1989 zeichnet.  | "ADAM UND EVELYN war ein Versuch, den 1989 stattgefundenen  Wandel  der  Welten  auf  einfachste  Weise  zu beschreiben. Der Übergang von einem System zum anderen erschien mir immer interessant, die Veränderung von Abhängigkeit und Freiheit.." _Ingo Schulze
Der flirrend heiße Sommer 1989 in der DDR: Der Damenschneider und Fotograf Adam und die Kellnerin Evelyn wollen Urlaub am Balaton in Ungarn machen. Da erwischt Evelyn ihren Freund, wie er sie betrügt. Kurzerhand fährt sie mit ihrer besten Freundin Simone und deren Cousin aus dem Westen nach Ungarn. Adam folgt ihr in seinem betagten Wartburg, lernt unterwegs Katja kennen und schmuggelt sie über die Grenze. Am See angekommen, erfahren die Urlauber, dass Ungarn unerwartet die Grenze zu Österreich geöffnet hat – Evelyn begreift dies als Chance auf ein neues Leben, während  Adam sich mit der plötzlichen Veränderung nicht anfreunden kann. Beide müssen sich entscheiden.  [nach: filmportal/Produktion]
Regisseur Andreas Goldstein (*1964/Ost-Berlin) studierte an der Humboldt-Universität Kultur- und Theaterwissenschaft, später Filmregie an der Film- und Fernsehakademie Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Seit 2008 arbeitet er mit seiner Produktionsfirma Oktoberfilm GbR als Produzent, Regisseur und Autor (u.a. DER FUNKTIONÄR/2018).
Jakobine Motz (*1967), Co-Autorin, Kamerafrau und Cutterin des Films, wuchs in der DDR auf, studierte Kamera an der Film- und Fernsehakademie Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg und am American Film Institute L.A.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ingo Schulze (*1962/Dresden), das 2008 für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, ist die erste Adaption einer Erzählung Schulzes für das Kino."Roman und Kinoadaption verbinden das Private mit dem Politischen, die Beziehungskrise mit dem sich anbahnenden Untergang der DDR. Entschleunigung wird inszeniert.
Während der Film das Thema Kabale und Liebe variiert und mit Verwicklungen, Irrungen und Wirrungen aufwartet, verändert sich die Außenwelt in diesem Sommer 1989 auf dramatische Weise. Die Konstruktion des auf leise Weise intensiven Films beruht auf den Prinzipien Langsamkeit, Verknappung und Aussparung.
So entstehen intime Szenen, die ihren Reiz aus dem Kontrast zwischen dem Bewusstsein und Handeln der Figuren und dem Veränderungsfuror um sie herum gewinnen.

Gleichzeitig transportiert »Adam und Evelyn« eine Ahnung davon, was es 1989 hieß, die Heimat zu verlieren. Und welche Hoffnungen und Illusionen dabei entstanden.“_(epd-film)
"Ein künstlerisch konsequenter Film, der nicht nur von der Veränderung in einer Beziehung erzählt, sondern auch bittersüß, melancholisch und leise vom Umbruch eines Staates berichtet. (...)Selten gelang die Vermischung und Verknüpfung des Privaten und des Politischen so punktgenau wie hier, selten spürte man die klischeefreie Schilderung der unterschiedlichen „Betriebstemperatur“ zwischen Ost und West so augenfällig wie in den vielen kleinen Szenen, die der Film immer wieder meisterlich auffächert. Anders als andere Filme über die DDR verlässt sich Adam und Evelyn nicht (allein) auf die Ausstattung und Retro-Chic, sondern schafft das Kunstwerk, sich vor allem über Atmosphäre und die fein ziselierten Dialoge zu transportieren. Ein Film mit einer klaren künstlerischen Handschrift (..)."_(FBW-Jury, Prädikat: Besonders wertvoll")
"Die Adaption des gleichnamigen Wenderomans von Ingo Schulze rafft und verdichtet die vielschichtige Vorlage. Durch unwirkliche Bilder und knappe Dialoge erweckt der tragikomische Film in lose verknüpften Episoden das stillgestellte Lebensgefühl der Wendezeit, die Sprachlosigkeit einer ganzen Generation und ihre innere Zerrissenheit eindringlich zum Leben."_(filmdienst.de)

Deutschland 2018; Regie: Andreas Goldstein; Buch: A. Goldstein/Jakobine Motz (nach dem Roman von Ingo Schulze, 2008); Produktion: Heino Deckert; Kamera: Jakobine Motz; Schnitt: Jakobine Motz; Musik: Lars Voges; Ton: Markus Krohn ; DarstellerInnen: Florian Teichtmeister (Adam), Anne Kanis (Evelyn), Lena Lauzemis, Christin Alexandrow, Milian Zerzawy u.a. ; dcp; Farbe; DD 5.1., FBW-Prädikat: "Besonders wertvoll"; FSK: ab o.A./0 J. ;  95 Minuten

EP: € 5.00
Mitglieder: € 3.00

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