ACH, DIESES LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE

03.04.2026 20:00

Mit 20 wird Joachim unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht in die Villa zu seinen Großeltern, Inge und Hermann. Zwischen den skurrilen Herausforderungen der Schauspielschule und den exzentrischen, meist alkoholgetränkten Ritualen seiner Großeltern versucht Joachim seinen Platz in der Welt zu finden – ohne zu wissen, welche Rolle er darin eigentlich spielt.
Irrsinnig komisch und tief berührend erzählt Regisseur und Autor Simon Verhoeven davon, wie schwierig es ist, sich seinen großen Gefühlen zu stellen. ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE ist ein generationsübergreifender Film, der die ganz großen, aber auch die ganz kleinen Themen und Fragen des Lebens mit tiefgehender Emotion behandelt. Gleichwohl ist es ein Coming-of-Age-Film, in dem ein junger Mann seinen Platz in der Welt finden muss, eine schmerzlich-schöne Erzählung vom allmählichen Erwachen aus einer großen Traurigkeit und der langen Suche nach einer neuen Lebensganzheit. Es geht um die Tragikomik menschlicher Existenz oder wie es Großvater Hermann im Film sagt: „Um die große Sehnsucht, den Schmerz, den wir alle in der Brust tragen, die Lücke zwischen uns und all dem, was wir wollen. Auch was wir sein wollen.“ Das Zitat des Titels, entlehnt aus Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, den ebenfalls Großvater Hermann im Film zitiert („Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle!“), ist Nukleus für die große Lebensfrage, die die Geschichte stellt, nicht nur durch den Verlust geliebter Menschen, sondern auch auf der Suche nach dem eigenen Selbstbild und im Streben nach einem Moment innerer Einheit – im Versuch, eine Leerstelle im Verständnis von sich selbst zu füllen.
Die Vorlage der Verfilmung mit selbem Titel stammt von Bestsellerautor Joachim Meyerhoff. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist Teil drei seiner sogenannten „Alle Toten fliegen hoch“-Reihe, autofiktionale Romane, in denen er Vergangenes aus seinem Leben vergegenwärtigt. In Band drei sind das seine „Münchner Jahre“. Die hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner als Schauspielschüler der Otto-Falckenberg-Schule bei seinen Großeltern verbracht, die in dieser Liebeserklärung an deren großbürgerliche, mondäne, von theatralischen Ritualen geprägte Welt eine zentrale Rolle spielen.

Filmhomepage

D 2025; Regie: Simon Verhoeven; mit Senta Berger, Bruno Alexander, Michael Wittenborn, Laura Tonke u.a.; Länge: 136 Min.; FSK: 6 (Deskriptoren: belastende Szenen); CinemaScope; Dolby Digital

EP: € 9.00

KEINE KARTENRESERVIERUNG MÖGLICH, NUR ABENDKASSE.
KASSENÖFFNUNG: 19.30 Uhr

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