URI CAINE TRIO

30.11.2020 20:30

Es ist das alte Spiel: ein Klavier, ein Kontrabass, ein Schlagzeug, nicht mehr, nicht weniger. Ein Impuls hier, eine Reduktion dort. Equilibristik aus Mit- und Gegen-, aus Um- und Nebeneinander. Das ganz grosse Frequenzspektrum in kommunizierenden Tönen, der Donner der Harmonien und das sanfte Perlen der Melodietöne, das bauchige Brummen der Bässe und der Schrei der Flageoletts, das Klong-Klong der Trommeln und das Sirren der Becken. Der Pianist URI CAINE hat dieses Spiel mit Gewichtsverschiebungen und Ladungszuständen im gleichseitigen Dreieck, mit der Spannung zwischen einer definierten Struktur und ihrer permanenten Infragestellung im Prozess der Improvisation nie vergessen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, lädt er in der utopischen Situation eines Trios gleichberechtigter Spielpartner, die bei jedem Zusammentreffen ihre Musik aus dem Nichts und ein paar kompositorischen Vorskizzen neu erstehen lassen, seine Akkus wieder auf. Wenn URI CAINE mit dem Bassisten MARK HELIAS und dem Schlagzeuger BEN PEROWSKY in den Ring steigt, dann zeigt sich in der aufsteigenden Reibungshitze das zwischenmenschliche Mass dieser Musik. Ihre Wärme und Zerbrechlickeit. Die beiden Cds „Siren“ (Winter & Winter) und „Calibrated Thickness“ (816 Music) feiern das Genre des Pianotrios. Im Zusammenspiel mit den seit Jahren vertrauten Gefährten zieht die Geschichte des Genres als Möglichkeit vor dem inneren Ohr vorbei: der raffinierte Drive eines James P. Johnson, die Eleganz eines Teddy Wilson, die störrische Raffinesse eines Thelonious Monk, die Verschmitzheit eines Herbie Nichols und die Cluster eines Cecil Taylor. Nach all seinen Musik-über-Musik-Projekten (z.B. Wagner, Bach, Schumann) kehrt URI CAINE wieder zum Trio zurück, und man meint förmlich zu spüren, wie er in dieser Situation wächst. Auch hier im intimen Format breitet sich ein Panorama von musikalischen Möglichkeiten aus, eine Ballade in offenem Tempo, swingende Momente, die in ein Gewitter aus Harmonien münden und anschliessend umso reiner weiter swingen, ein paar Bluesfloskeln, und irgendwann pellt sich ein Standard aus der Musik, bevor sich seine Struktur im Dreiecksspiel verflüchtigt. Zum Vorschein kommt eine mitreissende Musik voller Spannung und Spielfreude. Manchmal sind die alten Spiele eben doch die allerbesten.

URI CAINE: Piano
MARK HELIAS: Bass
BEN PEROWSKY: Drums

AK.: € 21.00
VVK.: € 20.00
Mitgl.: € 18.00
Schüler/Studenten: € 10.00

Homepage des Jazz Club

Reservierungen unter: karten@jazzclub-singen.de

oder:

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