ZENTRALFLUGHAFEN THF

ZUM TAG DER MENSCHRECHTE (UN)  |  MIGRATION _ (ZU)FLUCHT _ HEIMAT # 16

Zum Tag der Menschrechte am 10.  Dezember in Kooperation mit AMNESTY INTERNATIONAL-  Regionalgruppe Singen / Radolfzell

Was/Wie erzählt und berichtet das Kino zu  Migration, (Zu)Flucht, Heimat-Suche ? –Film #  16:  zu m Tag der Menschenrechte eine Dokumentation, die  mit ihrem Blick auf Architekturgeschichte und Obdach, Alltag und Utopie.bei der diesjährigen Berlinale große Resonanz bei Kritik und Publikum erfuhr . der brasilianisch-algerische Regisseur Karim Aïnouz begleitet den Alltag von Geflüchteten, die in den Hangars des stillgelegten Berliner Flughafens  davon träumen, endlich anzukommen, während nebenan auf dem Tempelhofer Feld Berliner*innen ihrem Alltag entfliehen

Amnesty International Filmpreis  - Berlinale 2018

Der Flughafen Tempelhof in Berlin – das größte Baudenkmal Europas – steht für die monumentale Selbstinszenierung der Nationalsozialisten, ist aber durch die Luftbrücke von 1948/49 auch zu einem Symbol der Freiheit geworden. Seit Herbst 2015 dienen einige Hangars als Flüchtlingsnotunterkunft. Der Syrer Ibrahim und der Iraker Qutaiba träumen mit mehr als 2000 Geflüchteten davon, endlich anzukommen. Voller Hoffnung bereiten sie sich mit Übersetzern, Ärzten, Sprachlehrern und Jobvermittlern auf ein neues Zuhause in Deutschland vor. Fehlende Rückzugsmöglichkeiten sowie Kommunikations- und Verwaltungsbarrieren werden dabei zur Herausforderung, während auf dem benachbarten Tempelhofer Feld Berliner und Touristen ihrem Alltag entfliehen. Chaos und Harmonie: zwei Welten an einem Ort. Ein Jahr lang hat der brasilianisch-algerische Regisseur Karim Aïnouz den Alltag der beiden Heimatsuchenden begleitet. Eindrucksvolle Bildkompositionen dokumentieren einfühlsam ihr von Unsicherheit, Verstörung, Leid, Unbeschwertheit und Sehnsucht bestimmtes Leben. Architektur und Jahreszeiten verleihen dabei ihrer Realität ein surreales Gesicht. Das Porträt einer Stadt in einer Stadt – und zugleich eines von Europa zwischen Utopie und Krise."_(nach: Katalog Berlinale 2018)
Mit einer Einführung der Regionalgruppe von AMNESTY INTERNATIONAL zum Tag der Menschenrechte und Thema des Films. Am Info-Stand von ai gibt es Petitionen/Schreiben zur Unterzeichnung. -

"Karim Aïnouz Film ist eine Form der Utopie. In wunderschönen, klaren Bildern zeigt er, wie Menschen versuchen, sich ihre Würde und ihre Hoffnung auf Zukunft zu bewahren, unter schwierigsten Bedingungen. In der aktuellen hektischen Asyldebatte wirkt er wie die Erinnerung daran, dass es hier um Menschen geht.“_(ARD, ttt)

Die Langzeitdokumentation wurde auf der Berlinale 2018 mit dem Amnesty InternationalFilmpreis/Award auf der Preisverleihung der unabhängigen Jurys ausgezeichnet. Der inzwischen zum 14. Mal seit 2005 vergebene Preis geht an Werke " denen es gelingt, das Thema Menschenrechte überzeugend darzustellen. Zugleich würdigt der mit 5.000  Euro dotierte Preis das zuweilen sogar lebensgefährliche Engagement von Filmemacherinnen und Filmemachern", so Amnesty International Deutschland.
In der Jury waren 2018: die Schauspielerin Friederike Kempter, der Regisseur/Produzent Ali Samadi Ahadi und Bettina Müller, Leiterin der Abteilung "Kampagnen und Kommunikation" bei Amnesty International in Deutschland. Sie hatten zwischen zwölf nominierten Filmen in den Berlinale-Sektionen Wettbewerb, Special, Panorama, Forum und Generation zu entscheiden.
Die Jury würdigte ZENTRALFLUGHAFEN THF in Ihrer Begründung:
"Mit Wärme und Humor porträtiert der Regisseur das Engagement der vielen Helfer und Helferinnen und zeigt, wie wichtig Mitmenschlichkeit ist. Der Film lädt Zuschauerinnen und Zuschauer ein, hinzusehen und mitzumachen und trägt damit eine Botschaft, die in der heutigen Zeit wichtiger ist denn je."_( JURY Amnesty International Berlinale 2018)

Regisseur Karim Aïnouz (*1966, Fortaleza/BRAS) ist ein brasilianisch-algerischer Filmregisseur und bildender Künstler. Als Sohn brasilianisch-algerischer Eltern wuchs er im brasilianischen Fortaleza auf.  Sein Filmdebüt MADAME SATA (2002) wurde in Cannes in der Reihe Un certain regard präsentiert. Zuletzt war er 2014 mit seinem letzten Spielfilm PRAIA DO FUTURO im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin und mit seinem Beitrag zum von Wim Wenders initiierten 3-D-Filmprojekt KATHEDRALEN DER KULTUR im Berlinale-Special vertreten. Als Drehbuchautor arbeitete er u.a. mit Walter Salles (BEHIND THE SUN, 2001).  Seine Kurzfilme und Installationen wurden auf inernationalen Biennalen Beachtung.
Karim Aïnouz lebt heute in Berlin
Zu seinem Film schreibt er:  Mit der Ankunft der Flüchtlinge 2015 veränderten sich die alten Hangars grundlegend. Sie wurden zu Notunterkünften. Ich war da, als die ersten Menschen ankamen und hatte das Bedürfnis, diese Ereignisse zu dokumentieren, mich zu engagieren. Ich wollte diese Erfahrung festhalten: Menschen, die vor dem Krieg fliehen und in einem alten deutschen Flughafen untergebracht werden. Ich dachte, in zehn Jahren wird es wichtig sein, dass es eine Aufzeichnung dieser Erfahrung gibt.(...) Ich will zu verstehen geben, dass es sich nicht um Zahlen, sondern um menschliche Wesen handelt, die sich in einer Notfallsituation befinden. Und ich hoffe auch, dass die unglaubliche Energie dieser Menschen, die das Mittelmeer überquert haben, irgendwie im Film festgehalten wird."_(Karim Aïnouz, Regie)

„ZENTRALFLUGHAFEN THF ist mehr als ein Film über Flüchtlinge im Hangar, es ist ein Film über Deutschland.“_(taz/die tageszeitung)
"Die Erzählung verzichtet auf jeden politischen Kommentar, sie lässt die Bilder dieses oft irrealen Ortes für sich selber sprechen, auf extrem packende und berührende Weise. (...) Dieser Film erfüllt mit Eleganz und Behutsamkeit die schwierige Aufgabe, empathischer Zeuge der Ratlosigkeit dieser Flüchtlinge in ihrem ungeklärten Transitstatus zu sein, ohne in eine anklagende oder mitleidsvolle Perspektive zu verfallen."_(CRITIQUE FILM FRANCE)

Deutschland/ Frankreich/Brasilien 2018; Regie: Karim Aïnouz; Kamera: Juan Sarmiento G.; Schnitt: Felix von Boehm; Musik: Benedikt Schiefer; Ton: Moritz Springer; Produzent: Felix von Boehm; Produktion Lupa Filmund RBB/ARTE; Mitwirkende: Qutaiba Nafea, Ibrahim Al Hussein,  u.a. ; Uraufführung (DE): 17.02.2018, Berlin, IFF - Panorama; DCP/1:2,39/Cinemascope/Farbe; OmU (mehrsprachig / dtsch. UT); FSK: 0 J.(o.A.) ; 97 Min.

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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