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Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

JUNGER DEUTSCHER FILM  # 91    |    FILM  & GESPRÄCH

Zur Vorführung am 29. Januar wird Regisseur und Autor Julian Pörksen (Berlin/Freiburg) bei Weitwinkel zu Gast sein zum anschließenden Filmgespräch.

In Kooperation mit  Zebra-Kommunales Kino Konstanz.

Förderpreis der DEFA-Stiftung - Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2018
Publikumspreis - Baltic Debuts Filmfestival Kaliningrad

Film # 91 in unserer Kooperationsreihe „junger deutscher Film #“ mit dem Zebra-Kino/Konstanz (dort von 26.bis 29.01.):
Gehen könnte man immer. Jetzt. Sofort. Man könnte aus dem Auto, dem Zug, vom Fahrrad steigen und einfach weg sein. Diesem Gedanken, den man normalerweise rasch verdrängt, gibt der 43-jährige Paul Zeise eines Tages nach und lässt alles zurück: Frau, Beruf, die gesamte bürgerliche Existenz. Fortan gondelt er als freundlicher Taugenichts, Schnorrer und Hochstapler durchs Land. Ungebeten setzt er sich in fremde Autos, ebenso ungebeten taucht er auf Partys und Beerdigungen auf, macht gemeinsame Sache mit einer dementen Großmutter und versetzt unabsichtlich eine Kleinfamilie in Angst und Schrecken, weil er sich schamlos in deren Leben drängt. Von einem Studenten nach Polen mitgenommen, irrt er dort als Wohnungsloser durch die Straßen, zieht zwischenzeitlich ins Krankenhaus ein und verliebt sich schließlich in die etwas 'durchgeknallte' , 29-jährige Nele, die ihn ihrerseits ins Wunderland ihres Lebens hineinzieht. Dass ihm inzwischen ein von seiner Frau beauftragter Privatdetektiv auf den Fersen ist, ahnt Paul nicht... [nach: Berlinale, Katalog 2018]
Regisseur Julilan Pörksen (*1985/Freiburg) studierte Geschichte u. Philosophie in Berlin, anschließend Dramaturgie in Leipzig. Er arbeitete als Assistent für Christoph Schlingensief. Sein erster Kurzfilm 'Sometimes We Sit and Think and Sometimes We Just Sit' hatte 2012 auf der Berlinale Premiere. 2013 erschien das Sachbuch „Verschwende Deine Zeit“, 2016 das Stückebuch „Wir wollen Plankton sein“. Das gleichnamige Theaterstück wurde 2017 am Schauspiel Köln uraufgeführt. 'Whatever Happens Next' ist sein Langspielfilm-Debüt. Pörksen arbeitet als Autor, Regisseur, Produzent und Dramaturg, letzteres u. a. mit Helene Hegemann, Moritz Sostmann, Dries Verhoeven, Stefan Bachmann, Therese Willstedt und Frank Castorf .
Zu seinem Film schreibt er: „Paul Zeise bricht auf in eine ungewisse Zukunft. Er lässt alles zurück (...). Damit verkörpert er einen radikalen Gegenentwurf zu den Normen unserer Gesellschaft. Er ist selbstbestimmt (...) Verantwortung übernimmt er nur gegenüber dem Moment, dem Augenblick, der Gegenwart – und lebt damit nach der programmatischen (und titelgebenden) Äußerung von John Cage: „I welcome whatever happens next“. Einerseits ist der []Film] also die Geschichte von Paul Zeise. Andererseits (..)ein Streifzug durch unsere Gesellschaft."

"Pörksen gelingt eine Poesie, die das Gegenteil von prätentiös ist: rau, zart, witzig und zutiefst menschenfreundlich. Julian Pörksens Debüt ist eine beglückende Utopie von besseren Menschen - und besseren Filmen.“_(FAZ)
"Es ist eine radikale Geschichte, die Pörksen (der sich auch schon in Buchform als Prophet der Zeitverschwendung präsentiert hat) still vergnügt und betont zeitverschwenderisch erzählt.“_(TAGESSPIEGEL)
"Ein origineller, melancholischer, witziger, radikaler Zugang zu einer Utopie – eine Seltenheit in unser aller Leben."_(Badische Zeitung)
"Es entsteht das Sittengemälde einer Gesellschaft, die fast schon aus sich heraus ein Zerrbild ergibt. Mit großer Lakonie schildert Pörksen einen Zirkus merkwürdiger Charaktere, die in ihrer Überzeichnung das Wesen der Realität einfangen."_(Defa-Förderpreis 2018, Jury-Begründung)
"Julian Pörksens Film ist ein ebenso komischer wie melancholischer Streifzug durch unsere Gesellschaft, eine von schönen, dubiosen und verirrten Charakteren bevölkerte Welt."_(68. Berlinale, Katalog, Perspektive Deutsches Kino 2018)

Deutschland/Polen 2018; Regie/Buch: ulian Pörksen; Kamera: Carol Burandt von Kameke; Montage: Carlotta Kittel; Musik: Mahan Mobashery; Sound Design: Michael Kaczmarek; Ton: Paulina Sacha; Production Design: Marie Gimpel; Kostüm: Rebekka Stange; Produzent: Stefan Gieren; Co-Produktion: Koi Studio/Warschau; Mit: Sebastian Rudolph (Paul Zeise), Lilith Stangenberg (Nele), Peter René Lüdicke, Christine Hoppe, Eike Weinreich, Henning Peker, Niels Bohrmann, Eva Löbau, Hanns Zischler, Monika Lennartz u.a. DCP/Farbe;  DD5.1; Farbe; D; FB-Pädikat: "Besonders wertvoll"; OmU (Deutsch/Polnisch/ dtsch. UT); FSK: ab 6 J. ;  97 Min. (+ Filmgespräch)

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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