THE WOMAN WHO LEFT

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

CINEASTEN DES WELTKINOS 'XXL'  # 2  |  REGIE:  LAV DIAZ (PHILIPPINEN )

Goldener Löwe - Bester Film - 73. Mostra Internazionale d'arte Cinematografica VENEDIG 2016

Unsere Reihe mit Filmen des cineastischen Weltkinos, die - z.T.  in zeitlich bewußt überlanger Filmform ( 'XXL') -  von sozialen Gefügen und indiviuellen Lebensbewältigungen erzählen. Inspiriert von Leo Tolstois Kurzgeschichte "Ein Verbannter" erzählt der renommierte philippinische Regisseur Lav Diaz von Schuld Liebe,Vergebung und Rache.

Philippinen 1997: Horacia sitzt seit 30 Jahren wegen Mordes im Gefängnis. Dann tauchen neue Beweise auf, die ihre Unschuld beweisen – und die Schuld ihres reichen Liebhabers aus Jugendtagen. Horacia ist eine freie Frau, doch die Jahrzehnte haben ihr alles genommen. Ihr bleibt die kalte Wut auf den Mann, der sie einst ins Gefängnis brachte. Der ist noch wohlhabender als zuvor, verbarrikadiert sich aber aus Angst vor einer Entführung in seinem Anwesen. Im Schatten dieser Mauern lernt Horacia weitere Nachtgestalten kennen: eine transsexuelle Prostituierte, eine von Dämonen geplagte Obdachlose und einen buckligen Eierverkäufer. Während sie ihnen eine großherzige Freundin wird, wartet Horacia geduldig auf ihre Gelegenheit zur Rache... [nach: Filmfest Hamburg]

Regisseur Lav Diaz  (*1958, Datu Paglas/Maguindanao) zählt zu den wichtigsten und international renommiertesten und vielfach augezeichneten philippinischen Filmemachern. Seine Filme seit den 90er Jahren thematisieren - stilistisch einfallsreich, atmosphärisch 'hypnotisch' und oft in überlanger Form - die Nöte der Menschen auf den Philippinen, unter dem Joch der spanischen und amerikanischen Kolonisation, während der autoritären Marcos-Ära und in der Diaspora.

"Eine Überlebensgeschichte, ein Blick auf eine Gesellschaft, ihre Gewalt und Kriminalität und zugleich ein Über-Film, der die Mittel des Kinos in Richtung einer poetischen Freiheit rückt."_(Die Zeit)
"Lav Diaz gelingt ein visuell überwältigendes, archaisches und tief menschliches Drama über Schuld und Solidarität, Absolution und Rache."_(Katalog Filmfest Hamburg)
"In den kunstvoll gebauten Tableaus ...gelingt es Lav Dianz an der Kamera (..) meisterlich, das digital Schwarz-Weiß poetisch zu verdichten.(...) Rache und Glaube stehen (als Aspekte moralischer Konflikte) im Vordergrund, wärend der historische Hintergrund diesmal wohl vor allem als Spiegel zur aktuellen prekären Menschenrechtslage zu verstehen ist."_(epd-film)
"Mit 'The Woman Who Left' hat Lav Diaz ein Lehrstück geschaffen, ein Bekenntnis zur didaktischen Einfachheit."_(Süddeutsche Zeitung)
"In kunstvollen schwarzweißen Tableaus umkreist der vierstündige Film mit großer Empathie eine um ihr Leben betrogene Frau beim Versuch, sich aus dem Schatten des Vergangenen zu lösen. Der lose auf einer Erzählung von Tolstoi beruhende Film entwickelt sich darüber zu einem berührenden Panorama der Verlierer innerhalb der philippinischen Gesellschaft.(Sehenswert ab 14)"_(filmdienst)

(Ang Babaeng Humayo)  Philippinen  2016; Regie/Buch/Kamera/Schnitt/Co-Produzent: Lav Diaz, Co-Produzent: Ronald Arguelles; Szenenbild: Popo Diaz Produktion: Sine Olivia Pilipinas/Cinema One Originals; Darsteller*innen: Charo Santos-Concio, John Lloyd Cruz, Michael De Mesa, Nonie Buencamino , Shamaine Centenera-Buencamino, Jean Judith Javier u.a.; DCP; s/w; DD 5.1; OmU (Tagalog/Englisch / dtsch. UT.); FSK: ( - ) /18 J.; 228 Min. (Überlänge)

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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