MANIFESTO

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

'ART-LIFE':  VON KUNST UND LEBEN    # 1 |  KONZEPT+REGIE: JULIAN ROSEFELDT

Die WW-Reihe  ART-LIFE  sucht nach expliziten 'Schnittstellen' und  Wechselwirkungen  VON KUNST UND LEBEN , reflektiert im Medium Film. -  # 1: 12 x Cate Blanchett in einer filmisch bearbeiteten (Video-)Kunstinstallation, die den Weg auf die Kinoleinwand gefunden hat. | Ma|ni|fest, das (lat. manifestus ‚handgreiflich gemacht‘)  = öffentliche Erklärung, Kundgebung [DUDEN].
"Nichts ist originär. | Klaut von allem, was euch inspiriert oder eure Fantasie anregt. | Klaut nur von dem, was direkt zur eurer Seele spricht." _[MANIFESTO]
Eine Schauspielerin - 12 Gesichter/Figuren: Unter der Regie des renommierten Film- und Videokünstlers Julian Rosefeldt ist die zweifache Oscar-Gewinnerin Cate Blanchett in zwölf verschiedenen 'Episoden' zu sehen, die allesamt diverse zeitlose Manifeste verschiedener Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts und auch aus der Politik aufgreifen. Es finden sich Texte von Futuristen, Dadaisten, Fluxus-Künstlern, Suprematisten, Situationisten und anderer Künstlergruppen, ebenso die Überlegungen einzelner Künstler, Wissenschaftler, Architekten, Tänzer und Filmemacher. Rosefeldt hat diese Manifeste bearbeitet, und so die Ideen und ästhetischen Programme von Claes Oldenburg, Yvonne Rainer, Kazimir Malevich, André Breton, Sturtevant, Sol LeWitt, Jim Jarmusch, Lars von Trier und vielen mehr in zwölf Collagen neu zusammengefügt und sie in besondere Kontexte gestellt. Blanchett präsentiert diese “neuen” Manifeste - Proklamtionen von Zielen und Absichten - in Gestalt der von ihr verkörperten Persönlichkeiten, darunter eine Lehrerin, eine Puppenspielerin, eine Fabrikarbeiterin und ein Obdachloser.[nach: Produktion] Regisseur Julian Rosefeldt gestaltete den Film nach seiner gleichnamigen Video-Installation mit den gleichen aber ergänzten und neu montierten Aufnahmen.
Die Australierin Cate Blanchett (*1969/Melbourne,AUS) ist Absolventin des National Institute of Dramatic Arts in Sydney und neben zahlreichen anderen Auszeichnungen zweifache Schauspiel -OSCAR©-Preisträgerin (AVIATOR und BLUE JASMINE, dazu vier weitere Nominierungen) und international als Schauspielerin, Regisseurin und Poduzentin sowohl für Bühnen- wie auch Leinwandproduktionen tätig (u.a. Herr der Ringe, Elisabeth, Heaven, I'm not there, Knight of cups). Sie engagiert sich auch als UN-Botschafterin.
Julian Rosefeldt (*1965/München) lebt und arbeitet als Film- und Videokünstler in Berlin. Seit 2001 hat er einen Lehrstuhl für zeitbasierte Medien an der Akademie der Bildenden Künste München inne. Neben Ausstellungen seiner Installationen auf der ganzen Welt in Museen und im Rahmen von Festivals sind seine Werke Teil von namhaften Sammlungen wie zum Beispiel der Neuen Nationalgalerie Berlin, dem Australian Centre for the Moving Image Melbourne und dem Museum of Modern Art in New York. Seine "Manifesto. 12-Channel-Installation", auf dem der Kinofilm basiert, hatte als Gemeinschaftsproduktion der Nationalgalerie, Berlin, des Australian Centre for the Moving Image, Melbourne, der Art Gallery of New South Wales, Sydney, des Sprengel Museums, Hannover und der Ruhrtriennale seine Erstaufführung am 9.12.2015 in Melbourne und Deutschlandpremiere am 9.2.2016 im Hamburger Bahnhof, Berlin.
Rosefeldt über sein "Kino-Hybrid": "Der Grundgedanke bei MANIFESTO war nicht, die diversen Manifeste einfach zu verfilmen, sondern Cate sie verkörpern zu lassen. Sie ist das Manifest. Und von Anfang an war klar, dass sie viele verschiedene Persönlichkeiten auf einmal darstellen wird. Am Ende hat Cate zwölf Charaktere gespielt. (...) Cate überraschte mich jeden Tag mit neuen Ideen, die sie aus ihrem immensen Erfahrungsschatz und unglaublichen Talent zu schöpfen wusste. Ich bezeichne sie immer wieder gerne als eine “künstlerische Wissenschaftlerin”, die das menschliche Daein erforscht. (...) Und gerade jetzt, wenn neonationalistische, rassisitische und populistische Tendenzen in der Politik und den Medien erneut auf der ganzen Welt die Demokratie bedrohen und wir dazu aufgerufen sind, unsere scheinbar bereits erreichten Werte der Toleranz und des Respekts zu verteidigen, erscheint MANIFESTO wie ein dringend nötiger Weckruf, um zu handeln."

"Nichts Geringeres als die nun seinerseits besorgte Frage nach der Bedeutung der Kunst im Leben des Menschen der Gegenwart hat Rosefeldt mit seinem Werk im Sinn. Was daraus entsteht, sind ungeheuer produktive Reibungen, die den ursprünglichen Sinn der Texte wieder freilegen, (...) in der Hoffnung auf die Zukunft, im Bewusstsein der Notwendigkeit von Veränderung. Die Lunte wird auf der Leinwand gezündet, die Explosion aber findet im Kopf der Zuschauerin statt."_(epd-film)
"Ein Film über das Leben der Kunst und die Kunst im Leben, fünfundneunzig Minuten reine Intensität….Ein Erlebnis, das man nicht verpassen darf."_(FAZ)
"In 12 Rollen stellt die Schauspielerin Cate Blanchett Manifeste aus Kunst, Theater, Architektur und Politik dar, wobei die mit großem Aufwand realisierte Hommage ebenfalls die Schönheit des Wortes feiert. Ein mitreißendes, einfallreiches Experiment."_(filmdienst)
"Ein großer ungebremster Spaß… Eine fantastische Schauspielerin, irre Schauplätze und funkelnde Sätze, die es im Kino der Gegenwart sonst nie gibt."_(WELT)
„Selbst wenn Sie nie von Dadaismus gehört haben und Ihnen Fluxus komplett egal ist, ist es ein Vergnügen, Cate Blanchett auf dem Höhepunkt ihrer Schauspielerei zu sehen.“_(Washington Post)

(MANIFESTO)  Deutschland  2017; Regie/Konzept/Buch/Produktion: Julian Rosefeldt (nach seiner Video-Installation MANIFESTO.12-CHANNEL-ISTALLATION (2015); Kamera: Christoph Krauss ; Produktions-Design: Erwin Prib; Kostüme: Bina Daigeler; Maskenbild/Frisuren (für Cate Blanchett): Morag Ross / Massimo Gattabrusi; Ton: David Hilgers; Puppenspiel: Suse Wächter; Montage: Bobby Good ; Musik: Nils Frahm, Ben Lukas Boysen; Darstellerin: Cate Blanchett; DCP/1:2,39 (Cinemascope)/Farbe; Dolby Digital 5.1; OmU; Altersempfehlung (filmdienst): ab 16 J.; FSK:  ab 12 J. ; 95 Min.

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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