HUMAN FLOW

"...UND ES KAMEN MENSCHEN!"   |  MIGRATION _ (ZU)FLUCHT _ HEIMAT - # 11

Zum Tag der Menschrechte am 10.  Dezember in Kooperation mit AMNESTY INTERNATIONAL-  Regionalgruppe Singen / Radolfzel

Was/Wie erzählt und berichtet das Kino zu  Migration, (Zu)Flucht, Heimat-Suche ? –Film #  11:  Der chinesische Konzeptkünstler und Dissident Ai Weiwei versucht mit seinem Mammutprojekt eine Bestandaufnahme, die die globale Dimension mit der Erfahrbarkeit individueller Schicksale verbinden sucht - durch unsere Empathie.

Enrico Fulchignoni-Preis des Conseil International de Cinéma, de la Télévision et de la Communication Audiovisuelle der UNESCO _ Filmfestival Venedig 2017 / Wettbewerb

"Die Menschrechte und die Menschenwürde sind ein universelles Problem. Wenn wir heute sehen, wie Flüchtlinge behandelt werden, dann brauchen sie unseren Schutz. Und das ist immer ein Kampf."_Ai Weiwei

65 Millionen Menschen sind heute weltweit auf der Flucht – die größte Migrationsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Ursachen sind vielfältig: Krieg und Terror, Armut und Umweltkatastrophen. Der Dokumentarfilm des Konzeptkünstlers Ai Weiwei, der in China als Dissident verfolgt wurde und heute in Berlin lebt, entwirft ein großes, globales Bild: der „Human Flow“ - das sind Flüchtende im griechischen Idomeni und in der Türkei, im Libanon, in Jordanien, in Bangladesch, Afghanistan, der Subsahara, im Gazastreifen und an der mexikanisch-amerikanischen Grenze. Über ein Jahr hat Ai Weiwei mit 20 Teams in 23 Ländern die Zustände in den Camps und auf den beschwerlichen, oft lebensgefährlichen Reisen gefilmt. Thematisiert werden auch die zugespitzten Situationen an den EU-Außengrenzen oder im Libanon, wo bei vier Millionen Einwohnern eine Million Flüchtende beherbergt werden.[nach: Jury d. evangelischen Filmarbeit]
Ai Weiwei (*1957/Peking) arbeitet als Konzept-Künstler in Malerei, Installation, Architektur, Plakstik, Film, Neue Medien und reflektiert aktuelle Phänomene der modernen geopolitischen Welt. Er war in seiner Heimat als Dissident von Gefängnishaft und Hausarrest betroffen. Seit 2 Jahren hat er eine Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste inne. Er erhielt u.a. 2015 von amnesty international den ‚ambassador of conscience award’ sowie 2012 den ‚Václav Havel Prize for creative dissent’ von der Human rights Foundation. Ai drehte zahlreiche Dokumentationen über soziale und politische Themen, die bei großen Festivals ausgezeichnet wurden, u.a. "Beijing"(2003), "Disturbind the peace", "So sorry "(2009). Zugleich war seine Person und sein Werk immer wieder Gegenstand von Dokumantarfilmen.
Zuletzt gestaltete er eine Kunstausstellung in New York im öffentlichen Raum mit dem Titel: "Gute Zäune sorgen für gute Nachbarn"(!)
Ai Weiwei über seinen Film: "Es ist keine einfache Entscheidung, in ein anderes Land zu gehen, das eine andere Religion hat, eine andere Sprache.(...) Und wenn dich die Menschen in diesem Land dann noch als kriminell ansehen oder als nutzlos, als Bürde, das ist nicht leicht. (..) HUMAN FLOW ist eine persönliche Reise, ein Versuch, die Voraussetzungen für Menschlichkeit in unserer Zeit zu verstehen. Der Film beruht auf einem tiefen Glauben an den Wert der Menschenrechte. In diesen Zeiten der Unsicherheit brauchen wir mehr Toleranz, mehr Mitgefühl und mehr Vertrauen untereinander, weil wir alle Menschen sind. Wenn das nicht gelingt, wird die Menschheit mit einer noch viel größeren Krisensituation konfrontiert sein.“

Mit einer Einführung der Regionalgruppe von AMNESTY INTERNATIONAL zum Tag der Menschenrechte und Thema des Films. Am Info-Stand von ai gibt es Petitionen/Schreiben zur Unterzeichnung.

"Ai Weiwei stellt die Humanität ins Zentrum seiner Arbeit und prangert an, wo er sie bedroht sieht. Genau das tut er auch in seinem Film HUMAN FLOW - einer dokumentarischen Reflexion weltweiter Migrationsbewegungen. [Sie] zeigt das Elend der Flüchtlinge in teilweise atemberaubend schönen Bildern. Ihm geht es um das Schicksal der Menschen. Seine Besessenheit kann anstrengen. Sie wird aber umso wichtiger, wenn ansonsten nur noch darüber geredet wird, wie man sich die Flüchtlinge am besten vom Halse hält."_(3Sat/Kulturzeit)
"Beachtenswert als erster umfassender Kinofilm zur Migrationsproblematik."_(filmdienst)
"Um eine dezidiert politische Analyse ist es dem Film .. nicht zu tun. Nur gelegentlich kommen Helfer und Experten von Menschenrechtsorganisationen zu Wort. (Die) Form wirkt eher „poetisch“ als klassisch dokumentarisch. (..) Dem Film gelingt - (auch) mit bewegend intimen Szenen - das Kunststück, die ungeheure Dimension der globalen Wanderungsbewegungen vorzuführen, ohne den Einzelnen und seine Not an die Statistik zu verraten."_(Jury der evangelischen Filmarbeit, FILM DES MONATS

(HUMAN FLOW) Deutschland 2017; Regie: Ai Weiwei; Buch: Chin-Chin Yap, Tim Finch, Boris Cheshirkov; Produzenten: Ai Weiwei, Chin-Chin Yap, Heino Deckert; Kamera (20 Teams): Ai Weiwei, Murat Bey, Christopher Doyle, Hunag Wenhai, Konstantinos Koukoulis, Renaat Lambeets, Li Dongxu, Lv Hengzhong, Ma Yan, Johannes Waltermann, Xie Zhenwei, Zhang Zanbo; Schnitt: Niels Pagh Andersen; Musik: Karsten Fundal; DCP/Farbe, (Drehformat: 4 K); OmU (versch. Sprachen (Englisch/Arabisch/Farsi/Französisch/Deutsch/Griechisch/Ungarisch/ Kurdisch/Rohingya/Türkisch) // dtsch. UT); Altersempfehlung (filmdienst): "Sehenswert ab 16 J."; FSK: 12 J. ; 140 Min. (keine Pause)

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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