DIE DEFEKTE KATZE

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

'WAS ES IST'  - VON DER LIEBE IN DEN ZEITEN DER GLOBALISIERUNG  #  8

Unsere Weitwinkel-Reihe mit jüngeren Filmen des Weltkinos, die ungewöhnliche  filmische Ausdrucksfomen, oder erzählerische  Variationen für das menschheitsalte Thema und  Erzähl-Motiv der Liebe und ihre Facetten finden. Film # 8: eine deutsche Regisseurin iranischer Herkunft erzählt eine gleichsam 'umgekehrte' Liebesgeschichte zwischen Ehe-Arrangement und interkulturellen Realitäten.
Als die im Iran lebende Elektortechnikerin Mina (Pegah Ferydoni) und der deutsch-iranische Arzt Kian (Hadi Khanjanpour), ohne sich lange zu kennen, auf traditionelle Art und Weise heiraten, ist es nicht gerade Liebe auf den ersten Blick. Aber die Jungvermählten hoffen auf eine glückliche Ehe in Deutschland, wo Kian aufgewachsen ist und als Arzt arbeitet. Doch obwohl sich beide bemühen, scheint die Beziehung zunehmend ebenso defekt wie die graue Katze, die sich Mina kauft und die Kian nicht ausstehen kann. Jeden Tag versucht das Paar aufs Neue sich zu finden und sich von aufgeladenen Erwartungen, von Freunden und Familie - und den eigenen, zu lösen... [nach: Produktion/Katalog Berlinale]

Susan Gordanshekan (*1978, Kassel), deutsche  Regisseurin und Drehbuchautorin iranischer Herkunft, war 2013 Nachwuchsstipendiatin des Festival de Cannes in der „Cinéfondation  Résidence“ und schloß 2015 ihre Regiestudium an der HFF München ab. Ihr Debüt DIE DEFEKTE KATZE feierte Premiere auf der diesjährigen 68. Berlinale

"Jenseits der Klischees orientalischer Gewalt in der Ehe inszeniert Susan Gordanshekan ein Ehedrama in einem fremdvertrauten Land - hier ist ein ganz anderer Ehefilm entstanden."_(epd-film)"Die deutsche Regisseurin Susan Gordanshekan, die selbst iranische Eltern hat, beobachtet ihre Hauptfiguren – die von Pegah Ferydoni und Hadi Khanjanpour überzeugend dargestellt werden – differenziert und genau. Sie wirft einen frischen Blick auf das Thema Paarbeziehung und Migration. Es gelingt ihr in ihrem Spielfilmdebüt, mit erwartbaren Klischees nur zu spielen und immer wieder überraschende Wendungen für die Handlung zu finden. Typische Probleme von Migration und interkulturellen Missverständnissen werden in zahlreichen kleinen Details gezeigt, sie überstrahlen aber nie die Individualität der Personen und ihrer jeweiligen Entscheidungen. Daher ist Die defekte Katze auch eher ein Liebesfilm als ein Migrationsfilm – obwohl man als Zuschauer/in ohne ­eigene Migrationserfahrung auch darüber eine ganze Menge lernen kann."_(Jury der evanglischen Filmarbeit,  Film des Monats Oktober 2018)
"In DIE DEFEKTE KATZE geht es darum, sich von Idealbildern zu befreien, um sein Glück zu finden. Genauso wie das Idealbild der Liebe muss die Protagonistin Mina auch ihr Idealbild des Westens loslassen. (...) Alle Beziehungen stehen irgendwann vor ähnlichen Herausforderungen, unabhängig davon, wie sie entstanden sind.(...) Diese Idealvorstellung loszulassen, eröffnet die Chance, sich auf einen anderen Menschen mit all einen Schwächen und Eigenarten einzulassen."_(Susan Gordanshekan, Regisseurin)

Deutschland 2018 ; Regie/Buch: Susan Gordanshekan; Kamera: Julian Krubasik ; Ton: Udo Steinhauser; Szenenbild: Markus Dicklhuber; Kostümbild: Katharina Schmidt; Musik: Sebastian Fillenberg; Montage: Frank Müller; Mit: Pegah Ferydoni (Mina), Hadi Khanjanpour (Kian), Henrike von Kuick, Constantin von Jascheroff, Mahdokht Ansari, Marzieh Alivirdi, Massud Rahnama, Arash Marandi, Azar Shahidi u.a.; DCP/1:1,85; Farbe; DD 5.1; Deutsch//Farsi (teilw. OmU/dtsch. UT.); FSK:  ab 6 J. ;  97 Min.

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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