DAS KONGO TRIBUNAL

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

ZEITENWENDE ?! # 49  |  FILM  + KURZVORTRAG + GESPRÄCH

In Kooperation mit ATTAC-Singen

Die Filmreihe ‚ZEITENWENDE?! #‘ thematisiert ökologische, ökonomische wie soziale und poliltische Fragen der Zeit. Film # 49: Ein Doku-Theaterprojekt wird zum Tribunal über Gewalt und Machtstrukturen im globalisierten Rohstoffhandel der Globalisierung, transfomiert zum Kino-Dokfilm und ist Impuls der realen politischen Debatte.

"Mit dem „Kongo Tribunal“ versuchen wir, hinter die Fassade des Welthandels zu gucken, der das Massaker in Mutarule und die Schächte der Coltanminen genauso einschliesst wie die Headquarters der UNO oder das europäische  Parlament, in dem aktuell gut gemeinte, aber für die kongolesischen Minenarbeiter verheerende Gesetze zur Regulierung des Rohstoffabbaus diskutiert werden. Und bei all den im  Film gezeigten Schrecken, bei aller Anklage geht es mir dabei vor allem auch darum, die Hoffnung nicht aus dem Blick zu verlieren."_Milo Rau
Im Mai 2015, nach zweijähriger Vorbereitung, veranstaltete der Schweizer Theatermacher und Aktivist Milo Rau in Bukavu, in der Demokratischen Republik Kongo und in Berlin das „Kongo Tribunal“: eine fiktive Gerichtsverhandlung, bei der die Ursachen und Hintergründe des Kongo-Kriegs untersucht wurden. Der auch von ihm gestaltete Film dokumentiert diese als "soziales Medienprojekt" beschriebene "Inszenierung", mit der in einer Mischung aus Theater, (aktivistischer) Politik, journalistischer Ermittlung und juristischer Einordnung entlang dreier verhandelter (Beispiel)Fälle die "infernalische"(Rau) Ausbeutung und Unterdrückung im Kontext von Kolonialismus und globalisiertem Welthandel im Kongo aufdeckt und analysiert wird. In dem so symbolischen wie aufklärerischen Prozess kommen Zeugen und Experten zu Wort (u.a. Jean Ziegler, Halrald Welzer). Der Film erweitert den theatralen Raum durch medial spezifisch dokumentarische Elemente. Parallel zum Kinofilm sollen online verbreitetes weiteres Filmmaterial, ein Doku-Game und ein Buch das Projekt transmedial weiterführen.
Der schweizer Regisseur und Autor Milo Rau (*1977/Bern) studierte Soziologie, Romanistik und Germanistik  in Paris, Berlin und Zürich (u.a. bei Pierre Bourdieu). Seit 2002 veröffentlichte er über 50 Theaterstücke, Filme, Bücher und Aktionen, die an allen  großen internationalen Festivals zu sehen waren. Sechs seiner Dok-Inszenierungen, der er selbst "globalen Realismus" nennt, dokumentierte er auch filmisch. Er wurde u.a. 2016 mit dem renommierten ITI-Preis zum Welttheatertag (als bisher jünger Träger) und in diesem Jahr als „Schauspielregisseur des Jahres“ geehrt. Seine jüngsten Arbeiten: das Stück LENIN  und die "Generalversammlung der Nichtrepäsentierten" dieser Welt in der Schaubühne Berlin.

Mit einer Einführung von ATTAC-Singen zum Thema und einem von moderierten Gespräch nach dem Film. Im Foyer Infostände von ATTAC-Singen und Weltladen Singen.

"One of the most ambitious pieces of political theatre ever staged.“_(THE GUARDIAN)
" Ein Wahnsinnsprojekt! Wo Politik versagt, hilft nur die Kunst. (..) Während des Kongo Tribunals wird zwar auch Vergangenheit gehoben, aber eigentlich soll Zukunft entwickelt werden.““_(DIE ZEIT)
„Das größenwahnsinnigste Kunstprojekt unserer Zeit“_(RADIO FRANCE INTERNATIONALE–RFI)
„Ein öffentlicher Raum der Bewusstseinsveränderung.“_(NZZ)
„Gefordert ist ein neues Wertesystem. Das Kongo Tribunal ist ein erster Schritt in diese Richtung.“_(SWR 2)
"Makellos. Milo Rau ist einer der freiesten und kontroversesten Geister unserer Zeit"_(Le Soir)
"Bürgerkriege, Völkermord, durchgeknallte Attentäter: Kein anderer Theaterregisseur beschäftigt sich seit Jahren so hartnäckig mit den abgründigen Kapiteln der Weltgeschichte wie der Schweizer Milo Rau."_(SRF)
"Mehrfach wird herausgestrichen, dass dieses von dem Schweizer Regisseur Milo Rau einberufene Tribunal zwar als Theater auftrete, aber als Anfang für den Weg zu echter Gerechtigkeit gelten könne.“_(FRANKFURTER RUNDSCHAU)
"(Der) Dokumentarfilm zeichnet als Bearbeitung dieses symbolischen Prozesses ein durch Zeugenaussagen und Expertenmeinungen gestütztes Porträt des Wirtschaftskriegs und seiner neokolonialen Verflechtungen. Ein bewegendes, interessantes und bereicherndes Projekt."_(filmdienst)
„Vielleicht hilft uns das mehr als ein reales Verfahren.“_(ORF)

Deutschland/Schweiz 2017; Regie / Konzept / Drehbuch: Milo Rau; Recherche/Casting: Eva-Maria Bertschy; Bühne/Ausstattung; Anton Lukas; Ton: Tribunal Jens Baudisch; Produktionsleitung Tribunal: Mascha Euchner-Martinez/Eva-Karen Tittmann; Casting vor Ort: Chrispin Mvano/Jean-Moreau Tubibu; Kamera: Thomas Schneider; Ton/Film: Marco Teufen, Jens Baudisch; Schnitt: Katja Dringenberg; Komposition Musik: Marcel Vaid; Produktionsleitung Film: Kirsten Schauries; Produzenten Film/Transmedia: Arne Birkenstock/Olivier Zobrist; Mitwirkende: Sylvestre Bisimwa (Untersuchungsleiter), Jean-Louis Gilissen (Vorsitz Tribunal), Vénantie Bisimwa Nabintu / Colette Braeckman / Gilbert Kalinda, Prince Kihangi, Séverin Mugangu, Jean  Ziegler (Jury Bukavu); Colette Braeckman / Saran Kaba  Jones / Wolfang  Kaleck / Saskia Sassen / Marc-Antoine Vumilia Muhindo / Harald Welzer (Jury Berlin) u.a.; dcp/1:1,77;Farbe, DD5.1; OmU (Französisch/Englisch/Deutsch/Swahili/Ligala // dtsch./frz. UT); FSK: ab 12 J. ; 100 Min.

EP.: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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